Blog St. Vincenz

Von Clowns und Kindern

Ein Blogpost über die Arbeit unserer Klinikclowns von Tamara Fleischer, Marketing

Unsere Klinikclowns

Neulich hatte ich die Gelegenheit unseren Klinikclowns bei der Arbeit zuzusehen. Die Klinikclowns kommen einmal pro Woche in unsere Kinderklinik, um mit ihren roten Nasen und bunten Kostümen Mut, Kraft und Freude zu schenken. Es war wirklich sehr interessant sie und die Kinder zu beobachten!

Ich erlebte, wie die Clowns als ganz normal gekleidete Menschen im Foyer der Klinik standen und sich über alltägliche Dinge unterhielten - und dann sah ich sie wieder, als sie in ihren Kostümen steckten und sich schminkten. Das Faszinierende war, dass sie mit einem Mal nicht nur äußerlich verwandelt wirkten, sondern auch innerlich. Irgendwie logisch: sobald man in einem Clownskostüm steckt, verhält man sich auch anders, aber irgendwie auch faszinierend! Die Clowns blödelten und wirkten ausgelassen, irgendwie freier – ohne gesellschaftliche Zwänge und nicht so distanziert. Ich lernte zum Beispiel, dass Clowns alle Menschen duzen. Sie sind sehr spontan, fantasievoll, manchmal kindlich und nehmen alle Menschen so wie sie sind. Sie machen auch Späßchen über andere Menschen, ohne dass es ihnen jemand „krumm nehmen“ würde: „Ich musste zu allem schon immer das letzte Wort haben. Irgendwie hatte ich immer einen lustigen Spruch zu allem parat“, erinnert sich Clownin Pfefferminze an ihre Kindheit. „Früher war mir das eher peinlich; heute befähigt es mich zum Clownsein.“

Als die Clowns das Spielzimmer betraten, in dem bereits vier Kinder auf sie warteten, zogen die vier kunterbunt gekleideten Frauen (es waren tatsächlich vier weibliche Clowns) sofort alle Aufmerksamkeit auf sich. Die Kinder waren umgehend in ihren Bann gezogen - ohne dass sie sich allerdings zu den Clowns hin getraut hätten. Überhaupt erlebte ich, dass die Kinder die ganze Zeit recht schüchtern blieben und von den Clowns nur zögerlich nach und nach – jeder nur so viel wie er wollte – in das Spielen und Singen mit einbezogen wurden. Da die Kinder sich nicht selbst trauten mitzuspielen, mussten die Elternbegleiter oder die anderen Clowns „herhalten“ und die Ulkereien mitmachen – sehr zum Vergnügen der Kinder.
Kontakt nahmen die Clowns zu den Kindern auf, indem sie Seifenblasen machten, mit Tüchern spielten und Lieder sangen. Auch ließen sie sich viel auf die Spielzeuge ein, die die Kinder gerade in den Händen hielten und mir fiel auf, dass sie sich klein machten, um auf Augenhöhe mit den Kindern zu agierten. Sie regten die Phantasie der kleinen Patienten an und boten gute Unterhaltung: Da wurde ein Schreibtischstuhl zum Rollstuhl umfunktioniert und damit Rennen durch das Spielzimmer gefahren, eine Olympiade im „Tücherwerfen“ nebst Sport-Kommentator gestartet und ein kurzes Sing-Theaterstück zum Thema „Dornröschen“ aufgeführt. Alles ganz spontan und aus der Situation heraus. Dabei ergänzten sich die Clowns spielerisch und bezogen die Kinder immer wieder sanft (und soweit diese mochten) ein. Nach gut einer dreiviertel Stunde entschieden die Clowns, dass es nun genug sei und verabschiedeten sich singend von den Kinder und Eltern im Spielzimmer. Weiter ging es auf den Patientenzimmern, um auch die Kinder zu erfreuen, die aufgrund ihrer Erkrankung nicht im Spielzimmer sein durften. Auch die Stationen der Frauenklinik sind Ziele auf der Tour der Clowns. Erstaunlicher Weise haben die Erwachsenen keine Hemmungen am Spiel der Clowns Teil zu nehmen und sind oftmals sehr berührt von ihnen besucht zu werden.

Hintergrundinfos:
Dass Lachen die beste Medizin ist, weiß man schon seit der Antike. Aus diesem Grund hat es sich der Verein “Paderborner Klinik-Clowns e.V.” zur Aufgabe gemacht, kranke Kinder und Erwachsene zum Lachen zu bringen. Durch unbeschwerten Frohsinn und Improvisationskunst bringen speziell für diese Arbeit ausgebildete Clowns jeden Mittwochnachmittag Leichtigkeit und Lachen zu uns ins Krankenhaus. Sie beflügeln die Kreativität und Phantasie, stärken soziale Kompetenzen, schenken Kraft und Lebensmut, wecken Humor und Hoffnung, bauen Brücken zu kleinen Inseln der Erleichterung und animieren wichtige körperliche Prozesse, die das Gesundwerden unterstützen. Seit 2001 haben die Klinikclowns in der St. Vincenz-Kinderklinik vielen Kindern und deren Eltern den Krankenhausaufenthalt durch ihre Arbeit ein bisschen leichter gemacht, sie von ihrer Krankheit abgelenkt und Angst vor Untersuchungen oder Operationen genommen.

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