Blog St. Vincenz

Akupunktur - kleiner Pieks große Wirkung

Anna Lena Winkelheide, Mitarbeiterin Marketing, über Akupunktur, die „Nadel im Heuhaufen“ alternativer Therapiemöglichkeiten

Im Juni gab es einen Vortrag in unserer Frauen- und Kinderklinik St. Louise mit dem Titel „Akupunktur – kleiner Pieks große Wirkung“. Da ich die Organisation übernommen hatte, nahm ich mir vor, mir dieses Referat einmal komplett anzuhören.  Ich muss zugegeben, dass ich anfangs mit einer relativ neutralen Einstellung zum Thema Akupunktur zu dieser Veranstaltung gegangen bin. Diese Einstellung hat sich im Laufe des Vortrags jedoch geändert:

Ich bereitete soweit alles vor: PC und Beamer funktionierten, ich  legte Informationsbroschüren aus und baute zwei Roll-Ups auf. Nachdem alles vorbereitet war, blieb noch eine kleine Pause zum Verschnaufen. Wie gut, dass die Cafeteria direkt um die Ecke ist. Da musste das Abendessen nicht ausfallen. Nach der Pause ging ich zurück zum Konferenzraum in dem die Veranstaltung stattfand. Nach kurzer Zeit kam der Chefarzt Dr. Wolfgang Meinerz zur Tür herein. Er war einer der Referenten des Abends. Natürlich kamen wir sofort auf das Thema des Vortrags zu sprechen: „Akupunktur“. Ich staunte nicht schlecht als mir Dr. Meinerz erzählte, dass er bereits seit 25 Jahren neben der Schulmedizin auch Homöopathie praktiziert. Mittlerweile war auch Facharzt Wael Al Abbsi zu uns gekommen. Zusammen mit Dr. Meinerz stand er den ganzen Abend für Fragen zur Verfügung. Al Abbsi erzählte mir, dass er der Akupunktur anfangs sehr skeptisch gegenüber gestanden hat. Um die Vorgehensweise und Wirkung von Akupunktur zu verstehen, meldete er sich zu einer Fortbildung an. Seitdem ist auch er von der alternativen Heilmethode begeistert.

In der Geburtshilfe kann Akupunktur eine sinnvolle Ergänzung der Schulmedizin sein. Dabei kann die Akupunktur während der Schwangerschaft, aber auch während der Geburt hinzugezogen werden. In der Schwangerschaft kann sie helfen Übelkeit oder Sodbrennen sowie Schlafstörungen zu vermeiden. Kopf- oder Rückschmerzen können gelindert werden. Am häufigsten wird die Akupunktur jedoch in der Geburtshilfe eingesetzt, um die Geburt vorzubereiten. Die kleinen Akupunkturnadeln können die Geburt verkürzen, indem sie die Wehentätigkeit fördern und so zu einer Verkürzung der Eröffnungsphase des Geburtsprozesses führen. Auch nach der Geburt kann die Anwendung von Akupunktur hilfreich sein, um einem Milchstau und schmerzhaften Milcheinschüssen entgegen zu wirken. „Die Anwendung der Akupunktur im Rahmen der Geburtshilfe gilt als ergänzende Therapie und wird von den Schwangeren sehr gut angenommen“, erklärte Al Abbsi. Dank Akupunktur kann auf einige Medikamente verzichtet werden – je weniger Medikamente, desto besser für das Kind.

In Kombination mit einer konventionellen Hormontherapie, kann Akupunktur die Beschwerden in den Wechseljahren lindern. Auch in der Onkologie kann die Akupunktur neben den konventionellen Methoden Anwendung finden. Dr. Meinerz betont: „Es darf nicht vergessen werden, dass Akupunktur eine sinnvolle Ergänzung der Schulmedizin sein kann! Sie kann die Schulmedizin jedoch nicht ersetzen!“

Die vielen neuen Informationen muss ich erstmal sacken lassen. Dass die Anwendungsmöglichkeiten so vielfältig sind, hätte ich nicht gedacht. Und naja, was soll ich sagen: Auch ich bin ein kleiner Fan der Akupunktur geworden. Überzeugt hat mich das Argument, dass Akupunktur keine Nebenwirkungen hat, abgesehen von einem kleinen blauen Fleck, der sich ab und zu bilden kann. Akupunktur kann fast immer angewendet werden. Eine Ausnahme sind Patienten, die eine offene Entzündung haben oder Blutverdünnungsmittel einnehmen.

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