Blog St. Vincenz

Monatsimpuls

Von Schwester Katharina Mock, Generaloberin der Vincentinerinnen

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr schreitet unaufhaltsam voran. Wenn diese Zeilen Sie erreichen, dann schreiben wir schon den Monat September. Im September fahren in unseren Breitengraden die Bauern vielfach ihre Ernte ein.
Deshalb wird in den Kirchen Ende September oder Anfang Oktober traditionell Erntedank gefeiert.
In Amerika ist Thanksgiving ein großes Familienereignis.
Die Tradition des Erntedanks oder der Thanksgiving-Tag in Amerika erinnern uns daran, dass es viele Dinge in unserem Leben gibt, die wir nicht aus uns selbst heraushaben, für die wir aus ganzem Herzen Dank sagen können.
Und doch ist die Dankbarkeit eine oftmals ganz vergessene Tugend. Das Wort „danke“ ist ein sehr einfaches und doch auch sehr seltenes Wort in unserer Umgangssprache.

Viele Dinge nehmen wir als selbstverständlich hin, die jedoch alles andere als selbstverständlich sind.
Gerade bei der Arbeit im Krankenhaus können wir jeden Tag erfahren, dass es eben keine Selbstverständlichkeit ist, am Morgen gesund aufzuwachen.
Genauso wenig ist es selbstverständlich, einer geregelten Arbeit nachgehen zu können. Noch weniger selbstverständlich ist es, dass wir hier in Deutschland seit nunmehr 75 Jahren in Frieden leben können.
Wir haben also allen Grund immer wieder, für irgendetwas dankbar zu sein.
Zum Thema Dankbarkeit habe ich „Credos“ verschiedener Persönlichkeiten gefunden, die wir in der ein oder anderen Weise in unserem Leben ähnlich erfahren haben und die uns zum Nachdenken bringen können.

Ernst R. Hauschka bemerkt zum Thema Dankbarkeit: „Viele Missverständnisse entstehen dadurch, dass ein Dank nicht ausgesprochen, sondern nur empfunden wird.“


Francis Bacon sagt: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“


Für August von Kotzebue sind dankbare Menschen wie fruchtbare Felder, weil sie Empfangenes zehnfach zurückgeben.
Der Monat September lädt uns dazu ein, einmal darüber nachzudenken, wo wir einen Grund haben zu danken. Vielleicht gelingt es bei dieser Gelegenheit auch den Menschen ein Dankeschön zu sagen, die immer wieder unbemerkt dazu beitragen, dass unser Leben reicher an Freude wird und die uns ganz „selbstverständlich“ Gutes tun.
Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, Ihnen allen für Ihren Einsatz, für Ihr Dasein im Dienst an den kranken Menschen, für Ihre Kreativität bei der Arbeit ein ganz herzliches Dankeschön im Namen des Krankenhausträgers der St. Vincenz-Krankenhaus GmbH zu sagen.
Ich wünsche uns, dass der bewusst ausgesprochene Dank für die nicht selbstverständlichen Selbstverständlichkeiten in unserem Alltag, ein positiver Impuls für unser gemeinsames Tun im Monat September sein kann.

Ihre

Schwester M. Katharina

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