Blog St. Vincenz

Besuch beim Deutschen Pflegetag

Unsere Mitarbeiterinnen Mercedes Mittag, Pflegefachkraft auf der IMC (=Intermediate Care), hat mit Denise Walter, Pflegefachkraft auf der Stroke Unit (=Schlaganfall Spezialstation), den Deutschen Pflegetag im März 2019 in Berlin besucht.

Denise Walter und Mercedes Mittag mit Dr. von Hirschhausen

In unserem Blog berichtet sie für uns über die spannenden Vorträge und Gespräche, die an diesem Tag stattgefunden haben:

Der Deutsche Pflegetag ist Deutschlands führender Pflegekongress und damit die zentrale Branchenveranstaltung für Pflege in Deutschland. Jährlich treffen sich über 8.000 Interessierte der Berufsgruppe um die Zukunft der Pflege zu gestalten. Im Programm inbegriffen sind Fachvorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops. Dabei bildet der Deutsche Pflegetag die neuesten Themen und Trends in der Pflege ab und richtet sich an Manager, Pflegefachkräfte, Pflegeschüler und Pflegeinteressierte gleichermaßen. Die Fachausstellung schafft eine Plattform für Experten aus Politik, Wirtschaft, Pflege und Gesellschaft zum intensiven Erfahrungsaustausch.
 
Zu Beginn des diesjährigen Pflegetages erwarteten wir mit großer Spannung die Eröffnungsveranstaltung, bei der die Minister der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) über den aktuellen Stand der Pflege berichteten.
Ein besonderes Signal stellte der Besuch von Jens Spahn (Bundesministers für Gesundheit), Franziska Giffey (Bundesfamilienministerin) und Björn Böhning (Staatssekretär des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales) dar, welche über das Thema Pflege in Deutschland diskutierten.
Herr Spahn betonte wie wichtig es sei, neben aller berechtigten Kritik und Anerkennung der bestehenden Missstände auch über die positiven Seiten unseres Berufes zu sprechen:
„Sie müssen auch über die tollen Seiten des Berufes reden, sonst können wir Menschen für diesen nicht begeistern!“  
Missstände nicht unter den Tisch zu kehren, sondern gezielt anzugehen, war auch das Thema der Familienministerin Giffey. Sie hob besonders hervor, dass u.a. Finanzmittel aus dem Digitalpakt Schule auch für Pflegeschulen bereitgestellt würden.
Staatssekretär Böhning sprach über mögliche Fortschritte, indem er darauf verwies, dass die Einführung eines deutschlandweit einheitlichen und allgemeinverbindlichen Tarifvertrages für die Pflegebranche notwendig und erstrebenswert sei.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch der OP- Pfleger Jens Wackerhagen aus Hannover während des diesjährigen Pflegetages. Jens Wackerhagen lief in 50 Stunden vom Deutschen Pflegetag in Berlin nach Hannover – dies entspricht einem siebenfachen Marathon!
„Ich laufe für die Pflege, weil es ein geiler Job ist. Ich laufe, damit es für uns gemeinsam in der Pflege besser läuft!“.
Zudem startete er mit diesem besonderen Marathon noch eine Spendenaktion zugunsten des DIAKOVERE Lukas Fonds, der Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten eine Operation im DIAKOVERE Annastift ermöglicht.

Die Podiumsdiskussion über die Pflegekammern mit den Vertretern der Landespflegekammern Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Niedersachsen machte uns nochmal deutlich, warum es wichtig ist eine Pflegekammer aufzubauen.
Das oberste Ziel einer Pflegeberufekammer ist es, eine fachgerechte und professionelle Pflege für die Bevölkerung sicherzustellen. Pflegende übernehmen Verantwortung für die ihnen anvertrauten Patienten, aber durch eine gut funktionierende Pflegekammer schlussendlich auch für sich selbst! Die Profession Pflege muss sich selbst organisieren, dazu bedarf es einer berufsständigen Vertretung.
Denn diese Selbstverwaltung in Form einer Pflegekammer ist Ausdruck dieser Selbstverantwortung für unseren beruflichen Stand.
Konkret bedeutet dies, dass die Pflegekammer zur Aufgabe hat, die beruflichen Belange der Pflegenden zu fördern und damit auch im Interesse der Bevölkerung zu agieren.
Verkammerte Berufe werden in der Öffentlichkeit und im politischen Rahmen verstärkt wahrgenommen. Dies erhöht die Wertschätzung des Berufes und ermöglicht oftmals besseren Zugang zu Politik und Gesetzgebung.

Ein weiteres Highlight war der Besuch von Dr. Eckart von Hirschhausen, der mit seiner Stiftung HUMOR HILFT HEILEN vertreten war.
Seine Vorträge mit Schwerpunkt auf Persönlichkeitsbildung, Widerstandskraft und Humor waren nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr aussagekräftig.
Er appellierte an die Zuhörer, wie wichtig es sei,  Humor und Freude im Arbeitsalltag zu integrieren und die oftmals von schweren Schicksalsschlägen betroffenen Patienten durch Humor in ihrer Krankheitsbewältigung zu unterstützen. Mit Humor gelingt so manche schwere Situation leichter. Dies gilt sowohl für Patienten als auch für die Mitarbeiter eines Krankenhauses. Hirschhausen wies daraufhin, dass Humor in diesem Falle sogar auf positive Weise "ansteckend" sei.

Während des Deutschen Pflegetages wurde uns in den Diskussionen mit anderen Pflegefachkräften aus ganz Deutschland bewusst, dass wir insgesamt alle das Ziel haben, die Pflege in Deutschland weiter zu verbessern. Allen liegt die Situation für Patienten am Herzen, aber auch die Arbeitsbedingungen für die Pflege selbst zu optimieren. So wie wir als die Berufsgruppe Pflege in diesem Ziel vereint sind, so vereint sind wir aber auch in den Herausforderungen um dieses Ziel zu erreichen. Unterstützung bekommen wir in diesem Falle u.a. durch die "heranwachsende" Pflege: Die Praktikanten, Hospitanten und Auszubildenden. Den Beruf der Pflege auf ehrliche Weise wieder attraktiver für zukünftige Kollegen zu machen, ist meiner Meinung nach ein wichtiger Ansatzpunkt um gute Pflege in Deutschland auch künftig sicher zu stellen. Hier könnte eine Möglichkeit sein, den zukünftigen Kollegen die eigene Motivation für die Wahl dieses Berufes näher zu bringen und neben den Herausforderungen im Berufsalltag auch auf die vielen Erfolge und Glücksmomente bei der Arbeit mit Patienten explizit hinzuweisen. Wir sollten die zukünftigen Kollegen nicht durch zu viel Negativität abschrecken, sondern Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Wir haben damit einen großen Einfluss darauf, wie attraktiv dieser Berufsstand wahrgenommen wird.   

Ich kann unseren zukünftigen Kollegen den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflege nach über 13 Jahren in der Pflege weiterhin empfehlen. Meine Erwartungen an diesen Beruf haben sich erfüllt: Ich kann mich immer noch über die kleinen und großen Wunder in unserem Berufsalltag freuen. Mir bereitet die Arbeit mit Patienten im interdisziplinären Team weiterhin große Freude. Und auch die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten machen den Beruf der Pflege aus meiner Sicht interessant. Ich bin stolz darauf in einem Beruf arbeiten zu können, in dem man sowohl  menschlich als auch fachlich immer wieder Neues lernt!
Warum also nicht die vielen Vorzüge unseres Berufes nach außen tragen und viel öfter auf die schönen Seiten in der Pflege hinweisen, um damit jungen Menschen Mut zu machen diesen Beruf zu ergreifen, anstatt sie mit Negativem abzuschrecken!

Ein erstes Zeichen haben wir als Berufsgruppe der Pflege in Nordrhein- Westfalen bereits gesetzt: Wir haben erfolgreich für die Gründung einer Pflegekammer gestimmt!

  •  
  • 0 Kommentare
  •  

Mein Kommentar

Ich möchte über jeden weiteren Kommentar in diesem Post benachrichtigt werden.