Blog St. Vincenz

Monatsimpuls August - ursprünglich gerichtet an unsere Mitarbeiter

Von Sr. M. Katharina Mock, Generaloberin der Vincentinerinnen

Nach meinem Urlaub sende ich Ihnen herzliche und frohe Grüße an alle ihre Lebens- und Wirkungsorte.
Wenn jemand vor einer schwierigen Aufgabe steht oder sich auf einen besonderen Weg begibt, weiß er/sie, dass viele Dinge, die zum Gelingen beitragen, nicht in der eigenen Hand liegen.

Unsere Vorfahren haben deshalb den Spruch geprägt:

„An Gottes Segen ist alles gelegen.“

An vielen alten Gebäuden, Wohn- und Speicherhäusern ist dieser Spruch zu lesen, den ich für die-sen Monat für meinen Impuls ausgewählt habe.

Auch wenn dieser Spruch, heute weniger gebräuchlich ist als bei unseren Vorfahren kann man doch auch in der Öffentlichkeit noch manchmal beobachten, dass viele Menschen wissen, dass zu einem gelingenden Leben oder zu manchen Vorhaben mehr gehört als auf die eigenen Kräfte und Fähigkeiten zu vertrauen.

Interessanterweise ist eine Geste des Segens in der Öffentlichkeit am häufigsten bei manchen Fußballprofis zu beobachten. Spieler zumeist aus lateinamerikanischen oder afrikanischen Ländern bekreuzigen sich vor wichtigen Spielen.

Auch Miroslav Klose ein überzeugter Christ hat sich vor wichtigen Spielen mit einem Kreuzzeichen gesegnet.

Das Wort Segen hat seinen Ursprung im lateinischen Wort Signum – Zeichen. Schon die frühen Christen haben zum Zeichen, dass sie sich unter den Schutz und die Gnade Gottes stellen, das Zeichen des Kreuzes gemacht.

Segen als Beistand und Gabe Gottes ist jedoch viel älter als das Christentum. Im ersten Buch Genesis heißt es in der Schöpfungsgeschichte: „Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie. Gott segnete sie…“ (Gen 1,28)

Von Beginn der Schöpfung an liegt also auf dem Leben eines jeden Menschen der Segen Gottes. Diesen seinen Segen hat Gott mit einem Auftrag verbunden: „Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen. (Gen 1,28)

Bei der Berufung Abrahams sagt Gott ihm zu: „Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich werde segnen, die dich seg-nen… Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. (Gen 12,2-3)

„An Gottes Segen ist alles gelegen.“

Uns ist der Segen Gottes auf vielfache Weise zugesagt. Im Empfang von Taufe und Firmung hat Gott sein Siegel (Signum) auf uns gelegt. Das Geschenk von Gottes Segen beinhaltet jedoch auch für uns den Auftrag: „Ein Segen sollst du sein.“ (Gen 12,2) Durch uns sollen die Menschen, denen wir begegnen Segen erlangen.
Gott will durch unsere Zuwendung andere Menschen segnen. Im Krankenhausalltag gibt es da ganz vielfältige Möglichkeiten, anderen zum Segen zu werden, in den unterschiedlichsten Situationen.

Mit einem Segenslied von Manfred Siebald möchte ich Ihnen allen für den Monat August den Segen Gottes mit auf Ihren Weg geben. Dieser Segen ist ein großes Gut und er ist teilbar, so wie un-sere Vorfahren schon wussten:

„An Gottes Segen ist alles gelegen.“
Geh unter der Gnade,
geh mit Gottes Segen,
geh mit seinem Frieden,
was auch immer du tust.
Geh unter der Gnade,
hör auf Gottes Worte,
bleib in seiner Nähe,
ob du wachst oder ruhst.

Alte Stunden, alte Tage, lässt du zögernd nur zurück.
Wohlvertraut wie alte Kleider sind sie dir durch Leid und Glück.
Neue Stunden, neue Tage, zögernd nur steigst du hinein. Wird die neue Zeit dir passen, ist sie dir zu groß, zu klein?

Gute Wünsche, gute Worte, wollen dir Begleiter sein. Doch die besten Wünsche münden alle in den einen ein:
Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen…


Ihre Schwester M. Katharina

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