Blog St. Vincenz

Impuls des Monats Februar - ursprünglich gerichtet an unsere Mitarbeiter

Von Sr. M. Katharina Mock, Generaloberin der Vincentinerinnen

Sehr geehrte liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,


gerade hat das Jahr erst begonnen und nun ist schon wieder der erste Monat vorüber. Ich grüße Sie alle im Monat Februar und wünsche Ihnen für diesen Monat eine gesegnete Zeit.

Für diesen Monat habe ich als geistlichen Impuls ein Sprichwort ausgewählt, das aus der Bibel stammt und dort als die „Goldene Regel“ bekannt ist. Wir finden es in den Evangelien von Matthäus (Mt 7,12) und Lukas (Lk 6,31)

Dieses Sprichwort lautet:

„Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ –

Aus den Evangelien kennen wir die Formulierung etwas anders. Dort heißt es: „Was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen.“

Vermutlich hat die Volksweisheit eine andere Variante gewählt, weil wir Menschen uns sehr schwer damit tun, unsere Erwartungen, die wir an andere haben, gut und verständlich zu formulieren. Es fällt leichter zu sagen, was wir nicht wollen, das andere es uns antun. Manchmal ist das sogar beim Beten so.

So möchte zum Beispiel niemand, das andere schlecht über ihn reden. Genauso will niemand für sein Reden oder Tun von anderen verurteilt werden. Auch möchte keiner von anderen angeschwiegen oder gar angeschrien werden usw.

Im übertragenen Sinn und mit Blick auf unser Sprichwort, bedeutet dies, unser Reden und Handeln im Umgang mit anderen einmal kritisch zu überprüfen. Es ist dabei jedoch nicht sinnvoll oder hilfreich, sich bei einer solchen Überprüfung ein schlechtes Gewissen einzureden, weil jeder oder jede an der ein oder anderen Stelle schon einmal anderen etwas zumutet, was er oder sie auf gar keinen Fall von einem anderen angetan bekommen will.

Ich möchte Sie deshalb anregen für den Monat Februar eine Art Positivliste zu erstellen, was Sie für andere tun wollen, weil Sie auch gerne von anderen so behandelt werden möchten.

Für eine solche Liste hätte ich einige Vorschläge:
•    Ich will andere grüßen.
•    Ich will andere wertschätzen.
•    Ich will mich anderen vorstellen.
•    Ich will anderen wichtige Informationen weitergeben.
•    Ich will anderen zeigen, dass sie nicht allein sind.
•    Ich will in allem was andere tun das Gute sehen.
•    Ich will mit anderen teilen.

Diese Liste ließe sich noch um ein Vielfaches ergänzen. Mir fällt in diesem Zusammenhang eine verstorbene Mitschwester ein, die gern und häufig über ihre Erfahrungen sprach, die sie gemacht hat, wenn sie anderen Menschen etwas geschenkt hatte. Ein Satz von ihr ist mir dabei unvergessen geblieben: „Ich habe es noch nie erlebt, wenn ich einem anderen etwas gegeben habe, dass ich es nicht von anderswoher bis zum Abend zurückbekommen hätte.“ Eine solche Erfahrung ist nicht nur mit materiellen Dingen möglich.

Ihnen allen wünsche ich überraschende und bedeutsame Erfahrungen im bewussten Umgang mit dem Sprichwort:
„Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ –


Ihre

Schwester M. Katharina

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