Blog St. Vincenz

Schmerzerleichterung auf Knopfdruck

Irene Knelsen, Schichtleiterin Kreißsaal, über die Wirkung nervenstimulierender Impulse während der Wehen

Das Hebammenteam

In der Geburtshilfe der Frauen- und Kinderklinik St. Louise ist es unser Ziel, Frauen in den Stunden vor, während und nach der Geburt optimal zu unterstützen. Stunden, die nicht schmerzfrei sind. Dabei nimmt jede Frau Schmerzen unterschiedlich wahr. Den Schmerz gänzlich unterbinden geht natürlich nicht, aber jetzt gibt es zusätzlich zu Medikamenten und PDA noch etwas anderes. Die Rede ist von Tens-Geräten: Die transkutane elektrische Nervenstimulation. Wir haben unser Angebot an Unterstützung während der Wehen um das moderne Tens-Gerät erweitert. Aber wie funktioniert so ein Tens-Gerät? Ist Schmerzerleichterung auf Knopfdruck und ohne Medikamente überhaupt möglich?

Das Gerät ist nicht größer als ein Smartphone und übermittelt per Knopfdruck nervenstimulierende Impulse mit Hilfe von Elektroden auf der Haut. So wird die Bildung von körpereigenen schmerzlindernden Substanzen (Endorphinen) angeregt und die Frauen erhalten per Knopfdruck eine Linderung der Schmerzen. Unsere ersten Erfahrungen zeigen: 3/4 der Erstgebärenden stufen das Geburts-TENS-Gerät als effektiv ein! In der frühen Eröffnungsphase der Geburt ist eine Schmerzlinderung ohne Schmerztropf oder eine PDA durch das TENS-Gerät möglich. Dieses bietet den Frauen eine deutliche Erleichterung während der Wehen, sodass nach unseren Erfahrungen weit weniger medizinische Eingriffe und Schmerzmittel benötigt werden und die Eröffnungsphase dadurch verkürzt werden kann. Aber auch eine Kombination mit weiteren Schmerztherapien ist bei Bedarf möglich.

Die Anwendung ist einfach. Bei Wehenschmerzen bringen wir Hebammen die Elektroden auf dem Rücken der Frauen an und erklären ihnen den Umgang mit dem Gerät, sodass sie es selbstständig bedienen können.
„ElleTENS™“  bringt sogar noch weitere Vorteile gegenüber anderen Schmerzmitteln- und Therapien mit sich: Da die schmerzlindernde Wirkung bei dem Tens-Gerät durch Elektro-Impulse erfolgt, also medikamentenfrei ist, ist es frei von Nebenwirkungen für die Frauen und die ungeborenen Babys. Die Gebärenden können sich mit dem Gerät innerhalb des Gebäudes oder im Kreißsaal frei bewegen. Baden ist damit leider nicht möglich, allerdings können die Elektroden vorübergehend entfernt und bei Bedarf nach dem Bad wieder angebracht werden.

Das Schöne an Tens ist, dass ein Stück Autonomie an die Frauen zurückgegeben wird. Viele fühlen sich während der Geburt machtlos; durch das TENS-Gerät ist es jetzt möglich, die Intensität der Schmerzerleichterung nach dem individuellen Bedarf selbstständig zu steuern. Das gibt vielen das Gefühl, unter Geburt noch mehr selbst steuern zu können.

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Barbara
10.11.2017
Tens

von der krankenkasse hatte ich auch ein gerät genehmigt bekommen, jedoch war dieses eine wirklich alte krücke mit wenig einstellmöglichkeiten. mit dem tens gerät komme ich so gut es geht über den tag. es hilft mir immens beim täglichen einkaufen etc. wenn ich es einschalte werden meine muskelgruppen sehr gut stimmuliert und meine schmerzen verschwinden während der einschaltzeit. nachdem das programm durchgelaufen ist, komme ich mir oftmals vor wie beim zauberer von oz. das gab es so eine figur mit einer ölkanne (oder war die figur eine ölkanne?), die immer geschmiert werden musste. mein tens gerät ist sozusagen mein schmiermittel. ich bin froh dieses hilfsmittel zu besitzen. man muss nur über einen gewissen zeitraum seine persönlichen einstellungen finden. ich kann es nur jeden mit verspannungen und muskelproblemen empfehlen.

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