Blog St. Vincenz

Was ist sicher? - Seelsorge im St. Josefs-Krankenhaus

Das Seelsorgeteam des St. Josefs-Krankenhauses berichtet über seine Arbeit

Krankenhauskapelle

Patienten erfahren und erzählen immer wieder: „Ich weiß, die Ärzte geben ihr Bestes. Das Pflegepersonal ist einmalig,…“ Sie fühlen sich wohl versorgt und damit um einiges erleichtert. Das Vertrauen in die Medizin und die Hoffnung auf Besserung ist spürbar.

„…Wie konnte das passieren? Ich war sonst nie krank! Habe nie geraucht, getrunken… Ich komme nicht zur Ruhe. Wie wird das mit der OP? Und danach..? Ich vermisse so sehr mein zu Hause. Bin das wirklich ich...?“
Angst. Schmerzen. Unannehmlichkeiten. Hilflosigkeit. Fern vom Alltag…
Es gibt Fragen, die lassen sich nicht beantworten, es gibt Gefühle, die scheinen zum ersten Mal hervorzutreten, es tauchen Erinnerungen auf in einem seltsam neuen Licht. Was ist sicher?

Seelsorge in unserem Krankenhaus möchte die Unsicherheiten und Fragen des Menschen aushalten und Sicherheit in Form von Begleitung geben. Damit lösen sich nicht automatisch die Probleme oder Fragen auf. Es kann aber die persönliche Situation erträglicher werden lassen.

Die grundsätzliche Haltung in seelsorglicher Begegnung ist geprägt vom Entgegenbringen der Wertschätzung. Auch und gerade in Krankheit oder Sterben soll der Mensch sich angenommen wissen. Wenn das gelingt, eröffnet es einen Raum der Sicherheit durch die Erkenntnis: „Ich bin so richtig und wertvoll, auch im gebrechlichen Zustand...“

Im Gespräch mit einem Teammitglied der Seelsorge können die eigenen Ressourcen angeschaut werden. Die Erinnerung an das, was im bisherigen Leben Quelle und Inspiration war, ermöglicht verlorenen Mut oder Vertrauen (wieder) zu wecken, selbst wenn die Zukunft ungewiss ist. Für die Arbeit in der Seelsorge ist das Wissen um die persönlichen Quellen unverzichtbar.

Hoffnung bleibt jedoch eine relative Größe. Ein Seelsorger kann sie letztlich nicht für andere herbeiführen oder machen. Er kann nur begleiten. Hoffnungslosigkeit kann leise oder ausgesprochen unter den Anblick Gottes gebracht werden.

Individuelle Seelsorge
Unabhängig von den regelmäßig wiederkehrenden Angeboten in unserem Haus, wie z.B. unseren Gottesdiensten, verwirklicht sich Seelsorge im St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten in direkter zwischenmenschlicher Begegnung: in Krankenzimmern oder auf den Gängen, mit Patienten, Angehörigen oder Mitarbeitern. Für die Seelsorge-Teammitglieder gilt es, achtsam zu sein für das, was gerade ist. Seelsorge bringt sich ein, wo menschlicher Beistand wichtig erscheint.

Es gibt unterschiedliche Elemente der individuellen Seelsorge wie beispielsweise

- aufmerksames Zuhören
- Gesprächspausen und Schweigen aushalten
- beten
- singen
- segnen
- Musik hören
- vorlesen
- Hand halten
- achtsames Berühren
- aus der Kraft der Erinnerung schöpfen
- über das Jetzt hinaus die Hoffnung tragen
- Ruhe ausstrahlen
- Freundlichkeit
- Tränen auffangen

Zu dem, was Menschen hier im Krankenhaus erleben, möchte Seelsorge beitragen, dass es Momente gibt, in denen die Brücke zwischen Himmel und Erde erfahrbar wird.

Was ist sicher?
Es ist der Herr, der dreifaltige Gott. In der unendlichen Vielfalt der Schöpfung finden wir die Spuren der Liebe und Größe Gottes wieder. Der Schöpfer zeigt dem Menschen hingebungsvoll seine Weisheit und seinen Reichtum.

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