Blog St. Vincenz

Mitarbeiter präsentieren Ausstellung "Barmherzigkeit im Krankenhaus"

Interview mit Sr. M. Katharina Mock über die Ausstellungsreihe und die Bedeutung des Themas in der heutigen Zeit

Sr. M. Katharina Mock (links) mit Tamara Fleischer (Projektkoordinatorin)

Anlässlich des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, ausgerufen von Papst Franziskus, startete die St. Vincenz-Krankenhaus GmbH im Juni eine eigene Ausstellung mit dem Titel „Barmherzigkeit im Krankenhaus“. Auf diese Weise möchten wir zeigen, wie der Aufruf des Papstes bei uns umgesetzt wird. Die Themenposter beantworten Fragen wie: Was sind die „Werke der Barmherzigkeit“? „Wie lassen sich diese auf das heutige Leben übertragen?“ Und: „In welchen Situationen ist Barmherzigkeit speziell im Krankenhaus so wertvoll?“ An anderer Stelle veranschaulichen wir Projekte und Dienste, die aktuell im Haus umgesetzt werden und die für Barmherzigkeit im Krankenhaus stehen. So zum Beispiel der Besuchsdienst der „grünen Damen und Herren“, das älteste Projekt dieser Art im St. Vincenz.

Interview Sr. M. Katharina Mock:

Warum ist das Thema Barmherzigkeit gerade für das St. Vincenz-Krankenhaus so aktuell?
Schwester Katharina: Selbstverständlich gehört die Barmherzigkeit in den verschiedensten Bereichen eines Krankenhauses zum alltäglichen Tun. Von ganz besonderer Bedeutung ist sie aber in einem Haus, das von den Barmherzigen Schwestern geführt wird. Schließlich hat unser Ordensgründer, der Heilige Vincenz von Paul, die Barmherzigkeit in den Mittelpunkt seines Wirkens gestellt. Im 17. Jahrhundert veränderte er das Verständnis dazu grundlegend: Weg vom bloßen Almosen, hin zur nachhaltigen Hilfe, zur Selbsthilfe. So wurde er zum Begründer der modernen Caritas.

Wie entstand die Idee zu dieser Ausstellungsreihe?
Schwester Katharina: Ursprünglich hatte ich unsere Krankenpflegeschüler für das Patronatsfest des heiligen Vincenz von Paul um einen Beitrag zum Thema „Barmherzigkeit im Krankenhaus“ gebeten. Die Schüler haben dann dazu sechs wunderbare Spielszenen entwickelt, die so gut waren, dass wir sie seit Anfang Juli per Video im Foyer „,Am Busdorf’ zeigen. Parallel dazu präsentieren wir den Besuchern dort auf Themenpostern die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit. Dabei geht es darum, wie diese sich auf das heutige Leben übertragen lassen und wo sie speziell im Krankenhaus besonders wertvoll sind.
Im St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten zeigen wir vor der Kapelle in der dritten Etage auf Plakaten, wie die 2007 in Thüringen entwickelten, neuen Werke der Barmherzigkeit’ für das Krankenhaus verstanden werden können. Ergänzend dazu stellen wir an beiden Ausstellungsorten praktische Projekte und Dienste aus den jeweiligen Häusern vor.
In der Frauen- und Kinderklinik St. Louise schließlich, liegt der Fokus auf den geistigen Werken der Barmherzigkeit und ihrer Übertragung auf das Krankenhaus.

Gerade wurde der zweite Teil der Ausstellung im St. Vincenz eröffnet. Worum geht es da?
Schwester Katharina: Es passt einfach wunderbar, dass die Vincentinerinnen in diesem Jahr ihr 175-jähriges Jubiläum feiern. Viele wissen nicht, dass die Gründung des St. Vincenz-Krankenhauses in Paderborn eine ganze Reihe von Krankenhausgründungen durch die Barmherzigen Schwestern angestoßen hat. So wurden entlang des Hellwegs bis nach Herne fast alle Häuser in kirchlicher Trägerschaft durch Vincentinerinnen geführt.
In der Ausstellung „175 Jahre Barmherzige Schwestern“ veranschaulichen wir das Leben und Wirken der Vincentinerinnen in Paderborn, das ganz im Dienste der Kranken stand und immer noch steht.

Ist noch ein weiterer Ausstellungsabschnitt in Vorbereitung?
Schwester Katharina: Ja. Im Herbst möchten wir mit einem interaktiven Ausstellungsteil ,Am Busdorf’ auch Mitarbeiter und Patienten zu Wort kommen lassen. In Texten, Gedichten und Zitaten erklären sie aus ihrer ganz persönlichen Sicht, wo Barmherzigkeit im Krankenhaus ihnen selbst begegnet.

Was heißt Barmherzigkeit für Sie als Vincentinerin ganz persönlich?

Schwester Katharina: Wer barmherzig ist, setzt die von Gott empfangene Liebe an anderen um. Ich selbst verstehe Barmherzigkeit im Sinne der Bedeutung des hebräischen Wortstamms, „Mutterschoß“, als Schutzraum, der Leben werden und gedeihen lässt. Barmherzigkeit heißt, Menschen zu fördern und ihnen zu vermitteln, dass sie wertvoll sind - völlig unabhängig von ihren Fehlern. Wir sind wertvoll, weil wir von Gott geliebt werden.

Vielen Dank für dieses Interview!


Weitere Aspekte der Ausstellung:
Viele Menschen arbeiten im Gesundheitswesen nicht nur für reinen Lohn, sondern auch aus der Motivation heraus anderen zu helfen; ihnen die aktuell schwierige Lebens-Situation zu erleichtern. Einige ihrer Namen und Gesichter zeigt die Ausstellung, die gleichzeitig auch ein Dankeschön an diese Menschen ist.

Hier sind die verschiedenen Kapitel der Ausstellung zu sehen:
St. Vincenz-Krankenhaus: im Foyer und auf dem Flur vor der Kapelle, 2. Etage       
St. Josefs-Krankenhaus: auf dem Flur vor der Kapelle, 3. Etage
Frauen- und Kinderklinik St. Louise: auf dem Flur vor dem Brustzentrum, Erdgeschoss

Zu den weiteren Informationen zur Ausstellung

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