Blog St. Vincenz

Über den Dächern von Paderborn

Praktikantin Charlotte Hoppe über die Wetterstation des St. Vincenz-Krankenhauses

Meinhard Zimmermann neben der Wetterstation

Was hat denn eine Wetterstation mit einem Krankenhaus zu tun? Diese Frage stellte ich mir, als ich erfuhr, dass das St. Vincenz-Krankenhaus seit diesem Jahr eine Wetterstation hat. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, durfte ich während meines Praktikums, das ich in den Abteilungen Qualitätsmanagement und Kommunikation/Marketing absolvierte, mit dem technischen Direktor Herrn Linnebank, aufs Dach steigen.

Nach den zahlreichen Treppenstufen bis auf das Dach wurde ich mit einem Blick über ganz Paderborn belohnt. Trotz des regnerischen und nebeligen Wetters an diesem Morgen war ich beeindruckt von der Sicht auf den Paderborner Dom und die Kirchen im Umkreis.

Vor dieser Kulisse bekam ich auch Antworten auf meine vielen Fragen. Herr Linnebank erklärte, dass die Wetterstation einen wesentlichen Bestandteil des Energiemanagements für das Krankenhaus darstellt. Mit Hilfe eines Windows-Rechners auf dem Dach werden alle fünf Minuten die Daten der Wetterstation übertragen. Durch die Aufzeichnungen der Wetterstation kann nicht nur der Energieverbrauch besser kalkuliert werden, sondern auch das Wohlbefinden unserer Patienten gesteigert werden: Ist es im Sommer tagsüber sehr heiß, laufen die Lüftungsanlagen in großer Stufe in der Nacht durch, um die angestaute Wärme innerhalb des Gebäudes abzuführen. So wird die warme Luft ausgetauscht. Bei Sturm werden die Außenjalousien hochgefahren, um zu verhindern, dass der Wind diese abreißt. Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Regulierung der Außenheizung der Liegendanfahrt und der Tiefgarage.

Die Wärmeinstellung der Heizung kann vorausschauend gegen Glätte reguliert werden und gewährleistet so einen sparsamen Energieverbrauch. Dem Winterdienst wird ebenfalls rechtzeitig Bescheid gegeben, damit er zum Arbeitseinsatz ausrücken kann. Von Vorteil war die Wetterstation ebenfalls vor einigen Wochen, als es zu einem Großbrand in der Firma Westfleisch kam: Die Windrichtung wurde schnell ermittelt und in der nahegelegenen Frauenklinik konnten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Über diese Angelegenheiten eines Krankenhauses hatte ich mir vorher noch nie Gedanken gemacht - für einen reibungslosen Ablauf bei jeder Wetterlage jedoch komfortabel! Jetzt sind die Patienten hier bei Wind und Wetter gut aufgehoben.

Den „Vater“ der Wetterstation, Herrn Zimmermann, durfte ich an diesem Morgen auch noch kennenlernen. Herr Zimmermann ist ein richtiger Technikexperte, der in seiner Freizeit seit 2008 drei Wetterstationen betreibt. Er berichtete mir, dass der Spaß bei ihm eigentlich schon zu Ende ist, wenn er mit dem „Basteln“ fertig ist. Seine Begeisterung merkte ich ihm sofort an, denn er nahm sich viel Zeit mir die Internetseite und den Aufbau der Wetterstation zu erklären. Auf der Seite der Wetterstation sind aktuelle Messwerte, Vergleichswerte der Stationen im Umkreis, Wetterwarnungen und die WebCam zu finden. Die WebCam ist sehr gut platziert und bietet daher einen tollen Blick auf die Stadt Paderborn. Alle fünf Sekunden wechselt sie ihr Bild und ist sogar mit einer Schwarz-weiß-Kamera für die Nacht ausgestattet.

Diese und noch weitere anschauliche Daten sind auf der Seite www.wetterstation-vincenz.de zu finden. Dass die Wetterstation von Herrn Zimmermann gut ankommt, beweisen die steigenden Klickzahlen der Seite. Sogar Menschen aus Japan, Russland und Polen sind am Wetter im Paderborner Land interessiert. Ein Blick auf die Seite lohnt auf jeden Fall!

Zu guter Letzt durfte ich noch mit Herrn Linnebank mit dem ältesten Fahrstuhl Paderborns (Baujahr 1901), der nicht mehr für die Öffentlichkeit freigegeben ist, wieder zurück nach unten fahren - eben ein ganz besonderer Praktikumstag.
 

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