Blog St. Vincenz

Impuls des Monats April - ursprünglich gerichtet an unsere Mitarbeiter

Von Sr. M. Katharina Mock, Geschäftsführerin und Vincentinerin

Vincenz von Paul

„Kranke besuchen“

In diesem Monat soll das leibliche Werk der Barmherzigkeit „Kranke besuchen“ besonders im Blick sein. Dieses Werk scheint sehr einfach zu sein, denn eigentlich besuchen wir doch immer, wenn wir im Krankenhaus ein Patientenzimmer betreten, Kranke. Geht man jedoch vom ursprünglichen Sinn des Wortes aus, meint das Wort besuchen weit mehr, als eine flüchtige Begegnung. Das Wort besuchen hat seinen Ursprung in dem mittelhochdeutschen Wort „suochen“ und meint so viel wie nachgehen, nachspüren. Dort wo wir etwas oder jemandem nachgehen oder nachspüren, ist das mit sehr viel mehr Interesse verbunden, als bei einem zufälligen Zusammentreffen von Personen. Derjenige, der den Gefühlen eines anderen Menschen nachspürt, will etwas von ihm erfahren, was diesen Menschen unverwechselbar, einmalig macht.

Daher beinhaltet das Werk der Barmherzigkeit „Kranke besuchen“ auch mehr als einen kurzen Händedruck oder die Erledigung einer Verpflichtung. Einen Kranken besuchen heißt in diesem Sinn, ihn in seinem ganzen Sein wahrnehmen, in seiner Freude und Hoffnung, seiner Trauer oder Angst, um dann entsprechende Unterstützung bieten zu können.

Vielleicht können diese Gedanken eine Anregung sein, bewusster in ein Krankenzimmer einzutreten und beim Kranken mehr wahrzunehmen, als die Höhe des Blutdrucks und der Körpertemperatur. Einen Menschen so individuell wahrzunehmen und zu „erkennen“, d.h. zu verstehen, ist sehr viel mehr als einfach nur mal vorbei zu schauen.

Ihre Schwester M. Katharina

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