Blog St. Vincenz

Sicherheit und Selbstvertrauen im Umgang mit Ihrem Neugeborenen

Rosmarie Werbeck, Stillberaterin, über das beliebte Kursangebot unserer Geburtshilfe: „Hoppla, hier komm ich!“

Kuscheln im Bett ausdrücklich empfohlen

Was ist die richtige Schlafumgebung für Neugeborene, dürfen Babys mit ins Bett genommen werden, oder ist das schädlich? Ab wann darf man Babys die Fingernägel schneiden? Womit misst man Fieber? Wie oft soll ich mein Baby baden? Werdende Eltern haben oft viele Fragen. Diese beantworten wir ihnen gerne in unserem beliebten Kursangebot der St. Vincenz-Geburtshilfe „Hoppla, hier komm ich“, den mittlerweile zahlreiche Eltern noch vor der Geburt ihres ersten Kindes bei uns wahrnehmen. Und so ist der typische Ablauf, wie ich als Kursleiterin ihn erlebe: Es ist 17.30 Uhr, Mittwoch abend. Meine Kollegin und ich bereiten den Raum für unseren Kurs vor, holen den Wickeltisch aus dem Keller und stellen die Badewanne auf. Stühle werden in eine Runde platziert und Gläser und Wasserflaschen bereitgestellt. Um 18 Uhr holen wir unsere heutigen Teilnehmer ab: Vier Paare, die bald ihr erstes Baby bekommen werden. Sie sind schon sehr gespannt auf die nächsten drei Stunden! 

Unser Kurs beginnt mit einer kleinen Vorstellungsrunde. Der erste Teil des Kurses besteht aus relativ viel Theorie, mit der wir die Eltern darauf vorbereiten, mit welchen Bedürfnissen die kleinen Menschenkinder auf die Welt kommen. Nämlich denen nach sehr viel Nähe, Wärme, Liebe, natürlich auch Nahrung, im Idealfall Muttermilch. Insbesondere die unendlich große Sehnsucht der Kleinen nach Liebe und Wärme soll angesprochen werden, das ist uns wichtig! Wir berichten, wie im Kreisssaal das Kennenlernen nach der Geburt beginnt, erzählen vom Bonding (dem nackten Hautkontakt zwischen dem Baby und seinen Eltern) vom ersten Stillen, das schon gleich nach der Geburt stattfindet, und wie es dann auf der Station weiter geht. Wir propagieren das gemeinsame Kuscheln im Bett mit dem Neugeborenen sehr, ermuntern die Frauen, das Baby mit ins Bett zu nehmen, schon in der Klinik. Die Kinder kennen kurz nach der Geburt nichts anderes als unentwegte Nähe; sie wurden im Mutterleib gewiegt und getragen, hörten den Herzschlag ihrer Mutter, wurden gewärmt und waren eng umschlossen vom Mutterleib. Gemeinsames Kuscheln im Bett kommt dem sehr nahe. In der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe haben wir Bettgitter und nun auch die Baby-Bay Bettchen, die zusätzlich vor dem Herausfallen des Kindes schützen. Natürlich müssen die Eltern einiges beachten: es darf keine Decke über das Kind gelegt werden, keine Überwärmung stattfinden und die Umgebung sollte rauchfrei sein. Viele Kinder fordern diese Nähe einfach ein, indem sie keine Ruhe geben und weinen, bis die Eltern begreifen, dass das Baby mehr Nähe braucht.

Fragen sind uns Kursleiterinnen immer willkommen und werden sofort beantwortet. Wir wünschen uns immer viele Fragen, das belebt unseren Kreis! Weiterer wichtiger Bestandteil des Kurses ist das Thema Kommunikation zwischen den Kindern und den Eltern. Diese Art der "Gespräche zwischen Klein und Groß" zu erläutern kann enorm helfen das  Verständnis für die Kleinen zu erleichtern. 

Dann ist es 19.30 Uhr und wir servieren die Platten mit den belegten Broten, die unser Küchenchef und seine Mitarbeiter für diesen Abend vorbereitet haben. Alle dürfen sich stärken und lassen es sich schmecken! 

Nun wird es Zeit für die Praxis! Zwei Demopuppen, so groß und fast so schwer wie neugeborene Babys, warten geduldig auf unsichere Elternhände, die, manchmal zum allerersten Mal, ein so kleines Baby wickeln oder baden. Wer möchte baden, wer möchte wickeln? Wir bieten beides an und begleiten die Eltern dabei mit vielen Tipps, erzählen dabei von Hautpflege, vom Nägelschneiden (niemals in den ersten Lebenswochen, denn dann besteht Entzündungsgefahr an den zarten Fingerchen) vom Fiebermessen und vielem mehr. Wie behandelt man Bauchweh? Wie trägt man ein Baby am besten? Es gibt meist viele Fragen, und es wird gelacht und gestaunt. Man merkt den jungen Paaren an, wie sehr sie sich auf ihr Kind freuen! Gespannt wird beobachtet, wie der Partner mit der Puppe umgeht. Manchmal werden auch Fotos gemacht. Alle haben viel Freude!

Viel zu schnell ist es 21 Uhr und wir ziehen eine Bilanz in der Runde. Wie haben die Eltern diesen Abend empfunden? Sie sind alle etwas gelöster, sehen der Geburt und der ersten, aufregenden Zeit etwas gelassener entgegen. Wir teilen noch etwas zum Nachlesen aus: ein Büchlein mit vielen Bildern über Bindung, das vom Jugendamt Paderborn herausgegeben wird, ein Leporello, das zeigt, wie man die Körpersprache der Kinder lesen und interpretieren kann, eine Schrift übers Stillen und einen Brief eines Babys an seine Eltern. Ja, kann denn ein Baby schreiben? Natürlich nicht, aber da hat sich jemand Gedanken darüber gemacht, was ein Baby seinen Eltern sagen würde, wenn es reden könnte....  Ein bewegender Brief  und ein Appell an die Eltern, sich gelassen auf das Abenteuer, Eltern zu sein, einzulassen. 

Wir sind sicher, mit diesen Kursen den zukünftigen Eltern etwas mehr Sicherheit geben zu können und dazu beizutragen, dass sie ihre Kinder besser verstehen können und auf ihre Bedürfnisse mit mehr Selbstbewusstsein eingehen werden! 

Hier ein Link zu einer der wichtigsten Fragen, die nach der richtigen Schlafumgebung:

https://www.st-louise.de/kliniken-zentren/kliniken/kinder-und-jugendmedizin/praevention-von-unfaellen/vorbeugung-des-ploetzlichen-kindstodes.html

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