Blog St. Vincenz

Mitarbeiterpflege der besonderen Art

Sabine Schubert, St. Josefs-Krankenhaus, Leiterin der Integrativen Wochenbettstation über die Besinnungstage in Lippstadt

Vincenzkolleg der Vincentiner in Lippstadt

Seit Jahren bietet das St.Vincenz-Krankenhaus dreitägige Besinnungstage für seine Mitarbeiter an, früher im Mutterhaus der Vincentinerinnen in  Rüthen, jetzt im Vincenzkolleg der Vincentiner in Lippstadt.

In diesem Jahr, nach Zusammenführung  mit dem St. Josefs-Krankenhaus, dürfen auch wir Mitarbeiter des St. Josefs-Krankenhauses an diesen Einkehrtagen  teilnehmen. Die Tage wurden, wie schon immer, von der Vincentinerin Sr. M. Ursula Bittner gestaltet.

Schon die Ankunft in Lippstadt war herzlich: Ein Herz hing als Willkommensgruß an der Tür unseres Hauses, in dem wir die nächsten Tage verbringen durften. Sr. Ursula umarmte jeden von uns warmherzig und sofort fühlten wir uns willkommen und begannen durchzuatmen, spürten, dass diese Tage etwas ganz Besonderes sein würden.

Wir bezogen unsere kleine gemütliche Herberge, inspizierten den lauschigen Park des Vincenzkollegs und trafen uns dann zu einem Kennenlernen in unserem Gruppenraum. Schon das erste Treffen zeigte, wie gut die Zusammensetzung gewählt worden war. Es waren Mitarbeiter aus allen Einrichtungen vertreten: Aus dem St. Vincenz-Krankenhaus, aus der Frauen- und Kinderklinik St. Louise und wir aus dem St. Josefs-Krankenhaus. Sogar an das Ehrenamt war gedacht worden, denn eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Krankenhausbesuchdienstes war auch mit dabei. Diese Kombination aus Teilnehmern aller drei Einrichtungsstätten machte die Tage besonders inhaltsvoll und lebendig.

Die Tage waren eine Wohltat für Körper  und Seele, es gab für alles Zeit: Für Austausch untereinander, zum Gebet, zum Alleinsein, zum Schlafen sowie zum Spazierengehen im Park von Lippstadt. Niemandem wurde etwas aufgedrängt, Sr. Ursula ließ jedem Einzelnen  Raum und jeder von uns war Mitgestalter, sodass für jeden von uns diese Tage eine ganz persönliche Auszeit wurden.

Ganz besonders aufbauend waren für mich die täglichen Entspannungs-Übungen. Das ruhige Liegen auf dem Boden, sich ganz auf sein eigenes Ich besinnen, alles loslassen, an nichts denken oder die Gedanken kommen und gehen lassen, wann habe ich mir je dazu die Zeit genommen? Es war für mich Stärkung für die Seele. In Erinnerung geblieben ist mir diesbezüglich auch dieser Spruch: „Selig sind die, die fähig sind, sich auszuruhen und zu schlafen, ohne dafür nach Entschuldigungen zu suchen: Sie werden weise werden!“(Quelle unbekannt)

Einkehrtage: Diese Art der Mitarbeiterpflege ist großartig und gerade in der Zeit des Pflegenotstandes eine tolle Geste. Mit Mitarbeitern aus den verschieden Einrichtungen zusammenzukommen, war für uns Anlass, über den Tellerrand zu schauen. Es  schaffte Vertrauen und/ oder stärkte es und genau das war das Thema der Besinnungstage: Vertrauen! Wir hatten die Gelegenheit einander Vertrauen zu schenken, uns wieder auf Gottes Vertrauen zu besinnen und gestärkt vertrauensvoll an unseren Arbeitsplatz zurückzukehren.

Irgendwie habe ich am Ende dieser Tage aufrichtige Dankbarkeit empfunden, dass mir diese Tage ermöglicht wurden! Der erste Dank gilt natürlich  Sr. Ursula. Möge sie diese Tage noch lange so individuell und beseelt gestalten! Dank aber auch an unsere Geschäftsführung, die uns diese Tage ermöglicht, sowie unsere Pflegedienstleitung, die uns dafür freistellte. Dank gilt auch unseren Kollegen, die für uns an diesen Tagen arbeiteten. Ein besonderer Dank  geht auch an die Vincenzpatres, die uns Herberge gewährten und uns ihre Räumlichkeiten zeigten und natürlich auch Dank an die Küchenfeen, die uns so lecker bekocht haben. Und nicht zuletzt geht unser Dank an Pater Ernst, der mit uns einen wunderbaren Abschlussgottesdienst gestaltete, in dem das Thema Vertrauen auf einzigartige Weise anschaulich und spürbar wurde.

Dieses Gebet, das uns Sr. Ursula mit auf den Weg gab, hat mein Vertrauen gestärkt, mutig neue Wege zu gehen:

Gott segne die Wege,
die hinter dir liegen.
Er schenke dir Mut,
über Schwellen zu gehen
und neue Räume zu betreten.
Er öffne dich für neue Erfahrungen,
neue Begegnungen,
neue Einsichten.
Er gebe dir Zuversicht,
deinen Weg zu finden,
und Kraft,
Schritte zu gehen,
die dich weiterführen.
Seine Nähe sollst du spüren,
wohin du auch gehst.

(Quelle unbekannt)

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