Blog St. Vincenz

"Oasentag" - Meine Erfahrungen mit einem Besinnungstag

Tamara Fleischer, Mitarbeiterin Marketing, über die Teilnahme an einem Besinnungstag des Arbeitgebers

Präsentation einiger Ergebnisse des Tages

Da esst ihr bestimmt den ganzen Tag „Tutti Frutti“ und trinkt „Capri Sonne“. Für meine Ankündigung am unternehmens-internen "Oasentag" teilnehmen zu wollen, erntete ich viel lieb gemeinten Spott. Unter einem solchen Besinnungstag (eine durchaus übliche Veranstaltung für Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen) konnten sich Viele – insbesondere Männer – nicht so wirklich etwas vorstellen. Naja, fand ich nicht schlimm. Ich konnte mir zunächst selbst nicht viel darunter vorstellen und nahm mir einfach vor, offen für alles zu sein, was da kommen würde.

Die Leitung des Tages hatte eine unserer Krankenhaus-Seelsorgerinnen inne, die ich sehr schätze und mit der ich auch schon vorher bei der Arbeit verschiedene Projekte zusammen hatte. Diese Sympathie war der Hauptgrund, warum ich mich entschied, mich anzumelden. Außerdem sprachen mich an der Einladung die schöne Beschreibung des Tagungszentrums „mit gemütlichen Räumlichkeiten und schönem Garten“ sowie das Thema des Tages „Die Frage nach dem menschlichen Glück und Glauben“ an. Auf der Anfahrt fragte ich mich, wie man uns das „Glücklichsein“ mit christlichem Handwerkszeug vermitteln würde und was sonst noch alles Methodik der Wahl sein würde, um uns die Inhalte näher zu bringen.

In der Vorstellungsrunde der 12 Teilnehmerinnen erzählte uns die Krankenhaus-Seelsorgerin  dann, dass wir im Laufe des Tages ein Spiel spielen, etwas Kreatives, ein Schriftgespräch und Entspannungsübungen machen würden und dass zudem noch viel Zeit für Gespräche sein solle. OK soweit. Von Anfang an sprachen alle in der Runde sehr offen über ihre Erfahrungen und was sie für „das Glück“ halten. Schnell stellte sich heraus, dass hierbei für die meisten der Schwerpunkt im Familienleben und der Gesundheit liegen. Ich hatte schon seit Jahren den Eindruck gehabt, dass viele Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, eher solche immateriellen Ziele und Ideale haben, als andere. Das macht mir die Arbeit im Gesundheitswesen so sympathisch. Dieser Eindruck bestätigte sich beim Oasentag. Erfolg, Materielles und Gewinnen schienen bei den Kolleginnen eher untergeordnete Ziele zu sein. Dies zeigte sich auch bei dem anschließenden Gesellschaftsspiel zum Thema Glück, bei dem wir uns viel mehr gegenseitig unterstützten, als darauf bedacht waren, vor dem anderen ins Ziel zu kommen. Allein solch harmonische Teamarbeit zu erfahren war beglückend!

Interessante neue Einsichten brachte fast allen von uns auch das Labyrinth-Malen, das eine wahre Erinnerungsflut in der Gruppe auslöste. Beim anschließenden Autogenen Training waren wir dann alle so richtig entspannt. Mit einer kurzen Andacht endete der Tag. Hierbei stand die Botschaft im Mittelpunkt, dass der Glaube an Gott glücklich macht – auch und insbesondere in schwierigen Situationen. Mit dieser Botschaft wurden wir entlassen.

Es war meiner Empfindung nach ein schönes Geschenk unseres Arbeitgebers den Alltag einmal bewusst unterbrechen zu dürfen, um Zeit zu haben zum Innehalten und Verweilen, zum Betrachten und Nachdenken, zum Reden und Schweigen. Am nächsten Morgen hatte ich tatsächlich das Gefühl, entspannter in den Arbeitsalltag zu starten.

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