Blog St. Vincenz

Monatsausspruch Dezember - ursprünglich gerichtet an unsere Mitarbeiter

Von Sr. M. Katharina Mock, Geschäftsführerin und Vincentinerin

Vincenz von Paul

„Das Gute ist schlecht, wenn es da ist, wo Gott es nicht will.“     (Vincenz von Paul)

Anlässlich des Todes von Joachim Fuchsberger wurde in der ARD im September die Filmkomödie „Spätzünder 2 – der Himmel soll warten“ gezeigt. Bei dem Film handelt es sich um eine Überzeichnung von nicht angebrachter Fürsorge an Menschen, die auch in vorgerücktem Alter noch sehr gut für sich selbst entscheiden konnten, was gut für sie ist. Unwillkürlich wurde ich bei diesem Film an das Zitat des hl. Vincenz für diesen Monat erinnert.

Die Komödie spielte in einem Altenheim, in dem alle Mitarbeiter ganz besonders gut zu den alten Menschen sein wollten. Zum Essen gab es z. B. ausschließlich pürierte Kost, die zu Formen, wie Teddybären, Blumen oder Ähnlichem verarbeitet war und immer eine einheitliche Farbe hatte. Begründet wurde diese Art der Essenszubereitung damit, dass statistisch gesehen, jeder vierte alte Mensch sich beim Essen verschluckt und dass es dadurch zu einer Lungenentzündung durch Aspiration oder anderen Komplikationen, bis hin zum Tod durch Ersticken kommen könne.

Im Krankenhaus braucht sich sicher niemand Gedanken über eine „Überfürsorge“ zu machen, die dann zur Entmündigung von Patienten führt. Aber gerade in der Machbarkeit der modernen Medizin sehe ich eine besondere Herausforderung gut nachzufragen, ob die Möglichkeiten, die damit verbunden sind, im konkreten Fall für den individuellen Menschen gut sind, oder ob das Gute hier und jetzt schlecht ist, weil es dort ist, wo Gott es nicht haben will. Gerade wenn es darum geht Menschen mit einer infausten Diagnose die Möglichkeiten einer Hochleistungsmedizin anzubieten oder ihm einen würdigen Tod zu ermöglichen, sind wir herausgefordert über das  Gute nachzudenken, wo es Gott wirklich haben will.

Das Zitat des hl. Vincenz sagt mir auch, dass in unserem Handeln, wenn es gut sein soll, viele Dinge zusammenspielen müssen. Da reicht es nicht eine Pflegetechnik gut zu beherrschen, oder ein Essen schmackhaft zuzubereiten. Die Pflegetechnik oder eine Pflegemaßnahme, die an sich gut sind, sind dann schlecht, wenn sie dazu führen, dass Menschen von anderen abhängig werden. Das schmackhaft zubereitete Essen ist dann nicht gut, wenn es immobilen Patienten z. B. so hingestellt wird, dass diese es nicht  erreichen können und das Essen dadurch kalt wird und am Ende unberührt bleibt. Wahrscheinlich fallen Ihnen auch hier aus dem Krankenhausalltag noch viel mehr Beispiele ein, die bedenkenswert sind und uns innehalten lassen, damit durch uns Gutes dort erfahren wird, wo es nach Gottes Willen sinnvoll ist.

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest,
möge Gott, der in Jesus Christus GOTT MIT UNS wurde, Sie alle Tage begleiten.

Ihre Schwester M. Katharina

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