Blog St. Vincenz

Monatsausspruch August - ursprünglich gerichtet an unsere Mitarbeiter

Von Sr. M. Katharina Mock, Geschäftsführerin und Vincentinerin

Vincenz von Paul

„Freuen wir uns, wenn dem anderen etwas gelingt und wenn er uns an Ehre und Ansehen, an Talenten, Gnaden und Tugenden übertrifft.“ (Vincenz von Paul)

Ist der Spruch für den Monat August nicht ein wenig weltfremd? Denn wer freut sich schon darüber, wenn ein anderer Mensch oder auch ein Mitbewerber größeren Erfolg hat als man selbst. Die vorliegenden Worte hat der heilige Vincenz nicht zu Geschäftsführern konkurrierender Unternehmen gesagt, sondern zu Schwestern, die der gleichen Gemeinschaft angehörten und damit gemeinsame Ziele verfolgt haben. Es ist dem Menschen eigen, dass er sich immer mit anderen im Wettbewerb sieht, und das ist auch gut so. Die heilige Teresa von Avila hat ihren Mitschwestern jedoch einmal gesagt: „Alles Verderben fängt damit an, wenn man sich mit anderen vergleicht.“

In einer Gemeinschaft ist es gut, wenn man sich am Erfolg des Anderen mitfreuen kann. Diese Freude kommt dann als Echo zurück, wenn man selber Erfolge aufzuweisen hat. In unseren Einrichtungen ist es leider häufig anders zu erleben. Da konkurrieren einzelne Abteilungen miteinander und versuchen sich gegenseitig „die Butter vom Brot zu nehmen“. Man redet sich gegenseitig schlecht und freut sich, wenn dem vermeintlichen Konkurrenten etwas daneben geht. Auch werden die Einrichtungen St.-Josefs-Krankenhaus und St. Vincenz-Krankenhaus eher als Konkurrenten denn als Mitstreiter wahrgenommen. Ich glaube fest daran, dass wenn wir auf den heiligen Vincenz hören und uns an den Erfolgen innerhalb unserer Dienstgemeinschaft wirklich von Herzen freuen, dass dies positive Auswirkungen darauf hat, wie wir von anderen wahrgenommen werden.
Im Hinblick darauf, dass wir alle EIN Krankenhaus sind, könnten wir durch das Wort des heiligen Vincenz inspiriert, andere darauf hinweisen, was in den verschiedensten Bereichen unserer Betriebsstätten alles gut gelingt, denn bei weitem ist nicht alles so schlecht, wie es oft von Einzelnen gesehen wird. Vielleicht sollten wir auch den Mut haben, dem anderen mal zu sagen: „Das hast Du richtig gut gemacht.“

So wünsche ich Ihnen, Freude am eigenen Gelingen und offene Augen und offene Herzen, wenn die Kollegen in anderen Bereichen vielleicht „erfolgreicher“ sind. Auch der Erfolg Einzelner kann, wenn er nicht für sich allein beansprucht wird, zum Erfolg aller werden. (Sehr gut zu erkennen z. B. bei erfolgreichen Fußballmannschaften)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg und Gottes Segen.

Ihre Sr. M. Katharina

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