Blog St. Vincenz

Monatsausspruch Juni - ursprünglich gerichtet an unsere Mitarbeiter

Von Sr. M. Katharina Mock, Geschäftsführerin und Vincentinerin

Vincenz von Paul

„Man muss immer mit seinem Urteil zurückhalten.“
(Vincenz von Paul)

In der letzten Zeit sind wir häufig Zeugen von öffentlichen Verurteilungen geworden, denken wir nur an die Strafprozesse gegen Christian Wulf oder Uli Hoeneß und die damit verbundenen medialen Sturmläufe. Aber auch in unserem ganz gewöhnlichen Alltag gibt es viel zu beurteilen oder gar zu verurteilen? Wenn der hl. Vincenz uns rät, zurückhaltend mit unserem Urteil umzugehen, bedeutet das ganz sicher nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt zu gehen. Allerdings stellen sich viele Situationen und Gegebenheiten weit differenzierter dar, als nur schwarz oder weiß. Und gerade da rät uns der hl. Vincenz: Schaut genau hin, fragt nach, wenn ihr etwas nicht versteht, fühlt euch in eine Situation hinein. Dinge zu hinterfragen hilft oftmals, Situationen besser beurteilen zu können. Auch für Entscheidungsprozesse ist es manchmal hilfreich in Optionen zu denken und sich nicht von Anfang an auf nur eine Lösung festzulegen. Mit seinem Rat sich in seinem Urteil zurückzuhalten, hat der hl. Vincenz seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die lieber spontan die Dinge lösen wollten, häufig auf eine harte Probe gestellt. Letztendlich hat er aber durch die Nachhaltigkeit seiner Arbeit bewiesen, dass dieser Rat durchaus seine Berechtigung hat.

Für viele Dinge, die wir im Alltag zu beurteilen haben, hilft manchmal dieses Gebet:

Gott, gib mir den Mut Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Gib mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann
und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen eine gute Zeit.

Ihre Sr. M. Katharina

  •  
  • 0 Kommentare
  •  

Mein Kommentar

Ich möchte über jeden weiteren Kommentar in diesem Post benachrichtigt werden.