Blog St. Vincenz

So ist der Ablauf einer Herzkatheter-Untersuchung

Prof. Dr. Andreas Götte, Chefarzt der Medizinischen Klinik II, beschreibt den stationären Aufenthalt

Prof. Götte (links) und Dr. Hammwöhner im Herzkatheterlabor

Patienten, die sich gemeinsam mit ihrem niedergelassenen Kardiologen für eine Herzkatheter-Untersuchung als Therapieoption entschieden haben, haben oft Fragen an uns Ärzte zum genauen Ablauf der Behandlung. Diesen Patienten möchte ich zunächst sagen, dass die interventionelle Kardiologie und Intensivmedizin zwar stark technisch ausgerichtete Disziplinen der Medizin sind, wir als Team aber besonderen Wert auf eine sehr persönliche und menschliche Betreuung unserer Patienten legen. Und so ist der genaue Ablauf der Herzkatheter-Untersuchung, der natürlich individuell von unseren erfahrenen Ärzten beurteilt und deshalb in Einzelheiten bei Ihnen auch etwas anders aussehen kann:

Ambulante Voruntersuchung bzw. Patientenaufnahme
Ohne Formalitäten geht es bei der Aufnahme leider nicht. Am Tag vor der Herzkatheter-Untersuchung findet bereits die „Aufnahme“ statt, um eine digitale Akte anzulegen und entsprechende Namensklebchen drucken zu können.  Begeben Sie sich bitte mit Ihrer Versicherungskarte sowie dem "Überweisungsschein" Ihres Hausarztes für die ambulante Behandlung oder mit der "Verordnung von Krankenhauspflege" für stationäre Behandlungen zur Aufnahme in der Eingangshalle.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass es während der Stoßzeiten auch zu Wartezeiten kommen kann. Es ist für uns sehr hilfreich, wenn Sie bisherige Arztbriefe, Untersuchungsergebnisse oder andere medizinische Unterlagen (Blutverdünnungsausweis, Impf-, Allergiepass) bezüglich Ihrer Krankheit mitbringen. Damit verbessern und verkürzen Sie die Diagnostik und vermeiden unnötige und belastende Doppeluntersuchungen. Die Patientenaufnahme ist montags bis freitags von 06:15 bis 19:00 Uhr geöffnet. In der Patientenaufnahme werden Ihre Angaben von unserer Mitarbeiterin im Computersystem erfasst. Es wird Ihnen ein Behandlungsvertrag vorgelegt, den Sie mit Ihrer Unterschrift anerkennen. Gleichzeitig werden Ihnen in der Patienten-Infomappe u. a. die Allgemeinen Vertragsbedingungen ausgehändigt. Sie erhalten außerdem zahlreiche Aufkleber, die uns eine fehlerfreie Dokumentation aller Behandlungsschritte ermöglichen. Es besteht die Möglichkeit, in einem gesonderten Antrag Wahlleistungen des Krankenhauses (Einbettzimmer oder privatärztliche Leistungen) in Anspruch zu nehmen.

Ambulante Voruntersuchung
Auf der Station E3 werden Sie in einem Aufnahmegespräch im Untersuchungszimmer über den Tagesablauf eingehender informiert. Wir bitten Sie, die Ihnen übergebenen Aufklärungs- und Merkblätter durchzulesen und medizinische Fragen für die Aufnahmeuntersuchung und für das Aufklärungsgespräch am Nachmittag mit den Ärzten bereitzuhalten. Vor einer geplanten Herzkatheteruntersuchung können noch weitere Voruntersuchungen (Röntgenuntersuchung der Brustorgane, EKG, Untersuchung des Herzens mit Ultraschall etc.) notwendig sein. Diese erfolgen im Laufe des Tages im kardiologischen Funktionstrakt. Anschließend zu den Untersuchungen und Aufklärungen können Sie wieder nach Hause gehen. Bitte bleiben Sie ab 22 Uhr abends vor der Herzkatheter-Untersuchung nüchtern.

Stationäre Versorgung: unmittelbar vor dem Herzkatheter
Stellen Sie sich zur angekündigten Uhrzeit im Sekretariat des Herzkatheterlabors (1. Stock, Kardiologie-Herzkatheterlabor, linker Flur) zur Herzkatheter-Untersuchung vor. Bitte bleiben Sie am Eingriffstag nüchtern. Im Laufe des Vortages wurden Sie bereits vom Stationsarzt ausführlich über die bevorstehende Herzkatheter-Untersuchung aufgeklärt. Sollten Sie dennoch Fragen haben, sollten Sie diese vor der Untersuchung im Überwachungsbereich ansprechen.
Es mag Sie überraschen, aber es ist notwendig: Um die Infektionsgefahr zu vermindern, müssen die Punktionsstellen im Leistenbereich rasiert werden. Neben der Punktion der Leistenarterie für die Herzkatheter-Untersuchung  der Koronararterien, bieten wir unseren Patienten alternativ auch die Punktion über die rechte Arm- bzw. Handarterie an.
Vor jeder Herzkatheter-Untersuchung wird zudem eine Kanüle in eine Vene am Arm gelegt. Sollte sich der Eingriff verzögern, so seien Sie unbesorgt. Unser Team wird Sie unterrichten und das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen.

Behandlung mittels Herzkatheter
Standardverfahren bei der Behandlung von verengten Herzkranzarterien ist die Herzkatheter-Untersuchung mit Darstellung der Herzkranzarterien. Bei Vorliegen einer Engstelle bzw. eines Gefäßverschlusses wird sofort eine Ballonaufdehnung bzw. die Implantation einer Gefäßstütze (Stent) durchgeführt. Die Stütze (Stent) soll dafür sorgen, dass sich das Gefäß nicht wieder verengt. In unserer Klinik im St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn steht ein 24-stündiger Bereitschaftsdienst des Herzkatheterlabors ganzjährig zur Verfügung. Wir arbeiten insgesamt in drei Herzkatheterlaboren und einem Hybrid-OP. Alle verfügbaren Techniken der interventionellen Kardiologie und Elektrophysiologie sind vorhanden. Neben den modernsten Methoden der Kardiologie betreibt die Klinik auch die Internistische Intensivstation (ITS im 2. Stock). Diese Station wird ganztägig durch Ärzte im Schichtsystem betreut, so dass jederzeit über 24 Stunden ein Arzt auf der Station anwesend ist.

Nach dem Eingriff
Nach der Herzkatheter-Untersuchung werden Sie je nach Ermessen des Arztes ggf. für ein paar Stunden in unserer Überwachungseinheit des Herzkatheterlabors beobachtet und danach auf Ihr Zimmer auf Station gebracht. Der Herzkatheter wird im Herzkatheterlabor vollständig entfernt. In einigen Fällen wird jedoch die Katheterschleuse auch noch einige Stunden im Leistengefäß belassen. Nach dem Entfernen der Katheterschleuse wird für mindestens zwölf Stunden ein Druckverband über der Punktionsstelle in der Leiste angelegt, um das Blutungsrisiko zu minimieren. Wenn während der Herzkatheter-Untersuchung keine Aufdehung eines Herzkranzgefäßes (Stentimplantation) erfolgte, wird der Katheter und die Gefäßschleuse sofort im Herzkatheterlabor entfernt und ein Druckverband angelegt.
Der Druckverband wird im Durchschnitt für 24 Stunden belassen, wobei nur sechs Stunden Bettruhe bestehen. Es ist sehr wichtig, dass Sie - solange der Druckverband noch nicht abgenommen wurde - unnötige Bewegungen des Hüftgelenkes meiden. Bei vielen Patienten erfolgt nach einer Herzkatheter-Untersuchung eine kontinuierliche EKG-Überwachung auf der Station.
 
Rund um die Entlassung
Nach der Herzkatheter-Untersuchung erfolgt die Entlassung am Folgetag. Im Gegensatz hierzu dauert die stationäre Behandlung einen weiteren Tag, wenn ein Stent implantiert wurde. Die Entlassung erfolgt täglich am Vormittag auch an Sonn- und Feiertagen. Durch noch ausstehende Untersuchungen kann sich der Entlassungszeitpunkt allerdings verschieben. Um Schwerkranke und Notfallpatienten zeitgerecht aufnehmen zu können, bitten wir Sie, wenn es Ihnen gesundheitlich möglich ist, Ihr Zimmer zwischen 9 und 10 Uhr zu verlassen.  
Am Tag Ihrer Entlassung erhalten Sie bei einem abschließenden Gespräch mit dem für Sie zuständigen Stationsarzt einen Entlassbrief für den weiterbehandelnden Arzt. In diesem Brief sind alle wichtigen Informationen in Bezug auf Diagnostik, Therapie und Krankheitsverlauf während Ihres Klinikaufenthaltes aufgelistet. Sollten Sie zudem Behandlungs- und Sonderbescheinigungen, Atteste und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen benötigen, so teilen Sie dies bitte dem Stationsarzt frühzeitig mit.
 

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