Blog St. Vincenz

PDA unter der Geburt

Oberärztin Christine Schmücker über das Thema Schmerzlinderung unter der Geburt

Schwangerschaft und Geburt stellen auch in der heutigen Zeit noch etwas ganz besonders dar. Wir vom St. Vincenz-Geburtshilfeteam versuchen natürlich immer in erster Linie ein gesundes Kind mit einer gesunden Mutter nach Hause gehen zu lassen. Das ist das oberste Ziel. Darüber hinaus sollen unterstützende Maßnahmen wie Schmerzmittel und PDA (Periduralanästhesie) den werdenden Müttern helfen, die Strapazen einer Geburt gut und selbstbestimmt erfahren zu können.  

Viele werdende Mütter wünschen sich eine PDA. Natürlich ist eine PDA damit verbunden, dass sich das Gefühl unter der Geburt verändert. Dadurch dass die akuten Schmerzen reduziert werden, lässt die Wehentätigkeit gefühlt und auch häufig tatsächlich in ihrer Stärke nach. Damit die Geburt dann trotzdem nicht unnötig in die Länge gezogen wird, hängen wir häufig einen Wehentropf zur Unterstützung mit an.

Wir erleben häufig, dass die erste Geburt für die Mutter sehr anstrengend und langwierig ist. Wir wissen aber auch, dass die zweite Geburt für über 95% der Frauen deutlich schneller und unkomplizierter abläuft. Wenn man sich mit Geburtshilfe befasst, findet man immer wieder Weisheiten - manchmal kommt es einem so vor, als wären die von Männern aufgestellt worden - welche versuchen, die Besonderheiten der Geburt zu umschreiben. Eine von diesen finde ich persönlich aber doch immer mal wieder zutreffend: die erste Geburt ist zum kennen lernen (wer sagt denn, dass alle neuen „Bekannten“ nett sind?) die zweite Geburt zum üben und die dritte dann zum genießen (ich habe nur zwei Kinder, kann also zu der dritten “Genießergeburt“ nicht ernsthaft etwas sagen).

In den meisten Fällen wird die PDA auf Wunsch der werdenden Mama gelegt und ist sicher nicht automatisch erforderlich (weder beim ersten Kind, noch bei Beckenendlage oder Zwillingen).

Sollte sich während des Geburtsverlaufs ergeben, dass doch eine PDA erforderlich werden sollte, bespricht Ihre zuständige Hebamme das weitere Vorgehen mit Ihnen. Ein Arzt und eine Pflegekraft der Anästhesieabteilung sind rund um die Uhr im Haus, um Ihnen in diesem Fall zu helfen. Der Anästhesist wird Sie – sofern noch nicht erfolgt – über das geplante Vorgehen aufklären und Ihre Einwilligung einholen.

Der Katheter wird im Sitzen angelegt. Sie helfen uns, indem Sie für die Punktion einen runden Rücken („Katzenbuckel“) machen. Die Punktionsstelle im Bereich der Lendenwirbelsäule wird desinfiziert und örtlich betäubt. Von der eigentlichen Punktion sollten Sie lediglich einen Druck wahrnehmen. Nachdem der Katheter mit Pflaster verbunden wurde, dürfen Sie sich wieder hinlegen. Über den Katheter können wir Ihnen wiederholt oder auch kontinuierlich eine Medikamentenmischung verabreichen, die die Wehenschmerzen deutlich reduziert. Häufig werden durch diese Medikamente nicht nur der Bauchraum, sondern auch die Beine teilweise mitbetäubt. Sie verspüren möglicherweise eine vorübergehende leichte Taubheit und motorische Schwäche in den Beinen. Daher dürfen Sie nur noch mit Hilfe Ihrer Hebamme aufstehen. Der Katheter wird nach der Entbindung wieder entfernt.

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