Blog St. Vincenz

Monatsimpuls Dezember - ursprünglich gerichtet an unsere Mitarbeiter

Liebe Mitschwestern, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

mit dem Monat Dezember geht wieder ein Jahr zu Ende und wir schauen zurück auf das Gewesene. Ihnen allen sende ich in den letzten Monat des Jahres 2018 herzliche und zuversichtliche Grüße.

Für diesen Monat habe ich ein Sprichwort als geistlichen Impuls ausgewählt, dass häufig verwendet wird.  Allerdings wissen nur wenige Menschen, dass diese Redewendung auf ein literarisches Werk von William Shakespeare zurückgeht, bei dem es sich eher um eine dunkle Komödie handelt. Nicht jeder Protagonist dieser Komödie würde vermutlich mit dem Satz „Ende gut, alles gut“ übereinstimmen.

 

Dennoch hat sich diese Überschrift in unserer Welt längst zu einem geflügelten Wort entwickelt.

Wenn große Vorhaben gelungen sind, wie z. B. imposante Bauvorhaben, eine schwierige Operation, weitreichende Umstrukturierungen oder anderes mehr, was mit Schwierigkeiten und Sorgen verbunden war, dann gibt es nicht wenige Verantwortliche, die dieses Sprichwort dann mit einem tiefen Seufzen der Erleichterung sagen: „Ende gut, alles gut.“

Auch in der Heiligen Schrift ist uns zugesagt: „Dem Gottesfürchtigen geht es am Ende gut, am Tag seines Todes wird er gepriesen.“

(Sir 1,14)

Wir haben in diesem Jahr als Gemeinschaft tiefgreifende Umbrüche erlebt. Seit 1926 lebten und wirkten Barmherzige Schwestern vom hl. Vincenz von Paul im Hospital zum Hl. Geist. Zum Ende des Jahres verlassen die letzten Schwestern das Haus, nachdem zu Stichtag 31. Dezember 2017 dort noch 52 Schwestern lebten.

92 % aller Schwestern unserer Gemeinschaft waren von der Aufgabe unseres Schwesternhauses Hospital zum Hl. Geist in direkter oder indirekter Weise betroffen. Entweder dadurch, dass sie in ein anderes Haus umgezogen sind, oder dass sie in ihren Konventsbereich Schwestern aus dem Hospital zum Hl. Geist aufgenommen haben.

Am Ende dieses Jahres schauen wir also auf ein ganz besonders bewegtes Jahr in unserer Gemeinschaft zurück. In der Osterzeit, als wir eigentlich miteinander die Auferstehung Jesu und damit die zentrale Botschaft unseres Glaubens feiern wollten, waren die überwiegende Zahl der Mitschwestern und auch viele Mitarbeiter/innen betroffen und teilweise auch deprimiert von der geballten Anzahl von Sterbefällen bei Mitschwestern.

Für die Mitschwestern, die uns in diesem Jahr im Tod vorausgegangen sind hat sich ein Kreislauf geschlossen. Auch wenn für uns, die wir zurückgeblieben sind, vieles verborgen bleibt, hat sich für sie schon das Wort erfüllt: „Ende gut, alles gut.“

Wenn wir am Ende des Jahres auf alles Gewesene zurückblicken, dann können wir dies auch voller Dankbarkeit tun. Vieles was wir erlebt haben war schwer. Gerade deshalb, weil wir mit Gottes Hilfe die Kraft hatten Schweres zu meistern und zu ertragen und manchen Widrigkeiten zu trotzen, dürfen wir froh und dankbar sein.

Schauen wir zurück in diesen Tagen und lassen noch einmal alles Revue passieren, das Gute und das Schwere.

Wenn wir dann am Ende des Jahres sagen können, hier und dort ist Gott mit uns gewesen. Hier und dort haben wir seine spürbare Nähe erfahren dürfen. Hier und dort ist unsere gefühlte Schwäche durch die Bewältigung einer schwierigen Situation zur Stärke geworden, dann können wir dieses Jahr in Ruhe mit der Überschrift beenden:

 „Ende gut, alles gut.“

 

In einem modernen Kirchenlied von Peter Strauch, dass auch im Paderborner Anhang vom neuen Gotteslob einen Platz gefunden hat heißt es:

Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

Sorgen quälen und werden mir zu groß.
Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
Vater, du wirst bei mir sein.

Ich empfehle Ihnen diesen Liedtext als Gebet am Ende eines jeden Tages und wünsche Ihnen, dass Sie damit alle Tage und auch dieses Jahr gut zu Ende bringen und dann voller Überzeugung sagen können: „Ende gut, alles gut.“

Ihre Sr. M. Katharina

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