Blog St. Vincenz

Eine "Allianz gegen den Schmerz" im Krankenhaus

Betina Passiel über ihre Erfahrungen als Pain Nurse im St. Vincenz-Krankenhaus

Wir möchten, dass unsere Patienten nach einer Operation (oder bei chronischen Krankheiten) möglichst wenig Schmerzen haben! Deshalb kümmern sich bei uns im Haus Pain Nurses im Rahmen täglicher Schmerzvisiten um unsere Patienten. Zu den Pain Nurses zählen im St. Vincenz-Krankenhaus neben mir noch insgesamt fünf Pflegefachkräfte der Klinik für Anästhesiologie. Drei von uns dürfen die Zusatzbezeichnung "Algesiologische Fachassistenz" der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. führen.

Die Pain Nurses führen täglich einen Verbandswechsel durch und kontrollieren dabei den Wundzustand des liegenden Schmerzkatheters der Patienten, erfragen die Wirksamkeit des Schmerzmittels, überprüfen, ob Nebenwirkungen sichtbar sind und wenden sogenannte Schmerzassessments an. Das Schmerzassessment ist ein Verfahren, um den Schmerz zu messen, z.B. mit einer numerischen Rangskala. Nachmittags kontrolliert ein Anästhesie-Arzt ein weiteres Mal, wie es dem Patienten geht. Auch die Zufriedenheit der Patienten mit der Schmerztherapie wird regelmäßig abgefragt. 

Rückmeldungen, die wir erhalten, sind oft: „endlich kann ich wieder durchschlafen“, „ich wurde durch die Schmerzfreiheit schneller wieder mobil“, „ich kann mich wieder auf positive Dinge wie Lesen, Fernsehen, Besuche etc. einlassen“, „endlich wieder schmerzfrei“, „endlich keine Schmerz-Tabletten mehr schlucken müssen“.

Wenn Fragen auftauchen, haben unsere Patienten den Vorteil, dass zum Thema Schmerz speziell ausgebildete Fachkräfte mehrfach täglich zur Verfügung stehen. Außerdem ist die Pain Nurse auch ein Bindeglied zwischen verschiedenen Fachabteilungen, die bei Bedarf auf kurzem Dienstweg hinzugezogen werden und ebenfalls von Patienten konsultiert werden können. So wird der Akutschmerzdienst des St. Vincenz-Krankenhauses Paderborn zwar durch die Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie organisiert, bildet aber in Zusammenarbeit mit den Abteilungen der operativen Fachgebiete, Physiotherapie, Ergotherapie, Psychotherapie und den Sozialarbeitern ein interdisziplinäres Team rund um die Bedürfnisse der Patienten.

Hintergrund-Info: Weiterentwicklung moderner Schmerztherapie
Die Weiterentwicklung moderner Schmerztherapie bietet vielfältige Möglichkeiten der Schmerzlinderung. Häufig setzen wir u.a. die derzeit modernste Technik, nämlich die sogenannten Regional-Katheterverfahren, ein. Hierbei werden nach standardisierten Verfahren (mithilfe moderner Ultraschalltechnik) und nach sorgfältiger Abwägung der Risikofaktoren, Katheter an die Nervengeflechte der betroffenen Körperpartie platziert. Bei diesem Verfahren ist es dem Patienten auch möglich, das Schmerzmittel selbst zu dosieren (PCA= Patientengesteuerte Analgesie). Ständige Aus- und Fortbildungen der Ärzte, Pflegefachkräfte und Therapeuten tragen dazu bei die hohen Qualitätsstandards zu halten.  

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