Blog St. Vincenz

Die doppelte Superkraft – mein Tag zwischen „Mutter sein“ und „Schwester sein“

Karin Walter, Krankenschwester im St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten und Mutter von zwei Kindern, berichtet darüber, wie sie ihre Familie und ihre Arbeit miteinander vereinbart.

Karin Walter

Ich möchte mich erst einmal vorstellen: Ich heiße Karin Walter, ich bin 30 Jahre alt und Mama von zwei Kindern (2 Jahre und 1 Jahr alt). Ich arbeite mit einem Stellenumfang von 25% im St. Josefs- Krankenhaus in Salzkotten auf der Intensivstation.

Heute hat der Tag nach einer turbulenten Nacht (wegen Zahnschmerzen von unserem Kleinen) ziemlich normal angefangen. Ich bin um 6.30 Uhr aufgestanden und habe mich und die Kinder versorgt. Da mich meine Stationsleitung gestern angerufen hat, ob ich heute im Spätdienst einspringen kann, weiß ich aber, dass es nicht so „normal“ weitergehen wird.

Nachdem ich gestern den Dienst für heute zugesagt habe, rief ich meine Mama an und fragte sie, ob es okay ist, wenn ich ihr die Kinder zum Mittagsschlaf vorbei bringe. Mein Mann arbeitet auch im Schichtdienst und wir müssen somit die Mittagszeit überbrücken.

Nach dem Frühstück geht es los mit packen. Viele Sachen sind bei der Oma schon deponiert, aber ein paar Dinge müssen immer unbedingt mit (z.B. das Lieblingskuscheltier und der Mittagsbrei). Zum Glück spielen die Beiden gerade ganz friedlich, sodass ich mich kurz darauf konzentrieren kann, um nichts zu vergessen.

Gegen 11 Uhr sind wir dann mit Sack und Pack bei der Oma angekommen. Die kocht schon fleißig das Mittagessen. Das gibt es dann auch schon um halb 12. Wenn es passt, esse ich auch noch gern mit - denn man weiß ja nicht was der Tag noch so mit sich bringt!

Um 12 Uhr machen die Kleinen dann ihren Mittagsschlaf, damit ich um 12.15 Uhr los kann. Um 12.45 beginnt schon mein Dienst mit der Übergabe auf der Intensivstation.

Nun lege ich den Schalter um: Jetzt bin ich Krankenschwester. Ich betreue heute zwei Patienten und weiß schon, dass ich gegen Abend noch einen dritten Patienten nach einer OP dazu bekomme. Während meiner Arbeit auf der Station bleibt oft auch keine Zeit an Zuhause zu denken.

Um 17.30 Uhr kommt schon die Übernahme aus dem OP. Es ist eine Patientin nach einer großen Bauch OP zur Überwachung. Zum Glück hat sie gerade keine Schmerzen und der Kreislauf ist zunächst stabil, denn die anderen beiden warten schon auf ihr Abendessen.

Gleich kommt schon der Nachtdienst. Ich schaue nochmal nach jedem meiner Patienten und räume etwas auf. Die Abendpflege muss noch dokumentiert werden – da treffen auch schon die Kollegen ein, um uns abzulösen. Während meine Kollegen die anderen Patienten übergeben, denke ich nochmal kurz nach, ob ich alles erledigt habe und auch ob meine Kinder wohl schon schlafen. Noch die letzten Blutdruck und Pulswerte eingetragen und schon ist es 19.30Uhr. Um 20.15 Uhr ist mein Dienst nach der ausführlichen Übergabe am Bett zu Ende. Ich ziehe mich fix um und fahre schnell nach Hause.

Das alles klingt jetzt wahrscheinlich nach einem ziemlich durchgetakteten und auch stressigen Tag. Meistens ist es das auch, deshalb benötigt es auch meine „doppelte Superkraft“.

Es macht mir allerdings sehr viel Spaß wieder zu arbeiten. Ich kümmere mich gerne um meine Patienten und freue mich, wenn ich meine Kolleginnen und Kollegen sehe. Das ist der perfekte Ausgleich zum Familienleben!

Die beiden Zwerge schlafen schon, als ich nach Hause komme. Mein Mann und ich unterhalten uns noch etwas und lassen unseren Tag Revue passieren. Der Tag lief soweit problemlos und wir überlegen, ob wir am Wochenende vielleicht schwimmen gehen. Da der Tag für uns beide anstrengend war, gehen wir schnell ins Bett... denn wer weiß, was uns heute Nacht erwartet.

Mein Team und meine Leitung im St. Josefs- Krankenhaus unterstützen mich super – ich kann Beruf und Familie gut miteinander kombinieren. So arbeite ich nun jedes zweite Wochenende fest. Ich springe  nur dann ein, wenn ich auch eine Betreuung für sie habe. Wenn sie krank werden, sind auch alle sehr verständnisvoll.

Ich bin daher sehr froh darüber, dass ich mich schon in der Elternzeit dazu entschieden habe, wieder eine Teilzeitstelle anzunehmen!

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