Blog St. Vincenz

Vom Schlauchschlucken zum High-Tech-Verfahren

Jens Karnine, Funktionsleitung Endoskopie, über Entwicklungen in der Endoskopie-Abteilung

Annette Kühlert in den Räumen der Endoskopie-Abteilung

Endoskopische Untersuchungsverfahren sind heute in der modernen Medizin absolute Routine. Dennoch stellen gerade die endoskopischen Untersuchungen eine große Hemmschwelle für Patienten dar, so etwa das gefürchtete „Schlauchschlucken“ im Rahmen der Magenspiegelung. Durch den Einsatz moderner kurzwirksamer Sedativa, der sogenannten „Schlafspritzen“, hat sich der Untersuchungskomfort heutzutage massiv gesteigert, sodass die Patienten dies nicht mehr aktiv miterleben müssen. Auch die Technik der Endoskope hat eine außerordentliche Entwicklung erlebt. Heute stehen den Endoskopie- Abteilungen moderne HD-Videoendoskope zur Verfügung, um noch so kleine Veränderungen der Schleimhäute oder Organstrukturen darstellen zu können.

In der Endoskopie-Abteilung der Medizinischen Klinik von Chefarzt Dr. Gerhard Sandmann am Standort St. Josefs-Krankenhaus in Salzkotten werden jährlich ungefähr 3000 endoskopische Eingriffe ambulant oder stationär durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Untersuchungen der Organe des Verdauungstraktes aber auch der Bronchien.
Dabei werden diagnostische und alle gängigen therapeutischen, ebenso wie notfall-therapeutischen Eingriffe durchgeführt, z.B. Entfernungen von Fremdkörpern aus den Organen, wie verschluckte Stecknadeln, Münzen o.ä., aber auch die Stillung akuter und lebensbedrohlicher Blutungen. Hierfür steht ein endoskopischer Bereitschaftsdienst zu jeder Zeit zur Verfügung.

Uns ist bewusst, dass vielen Patienten die Untersuchung unangenehm ist und auch Angst vor der Untersuchung selbst ist keine Seltenheit ist. Um dem entgegenzuwirken, achten die ärztlichen Untersucher und wir, die pflegerischen Fachkräfte der Endoskopie-Abteilung, auf einen besonders patientenorientierten und ganzheitlichen Ansatz in der Betreuung und Pflege der uns anvertrauten Patienten. Ihr Wohlbefinden steht für uns an erster Stelle. Dafür setzt die Endoskopie-Abteilung auf eine einfühlsame Kommunikation vor und während der Untersuchung. Neben möglichst kurzen Wartezeiten auf Untersuchungstermine versuchen wir am Untersuchungstag selbst, unnötige Wartezeiten zu vermeiden. Ebenso spielt das Wohlbefinden und die Wahrung der Intimsphäre der Patienten eine besonders wichtige Rolle für uns: Hierfür haben wir z.B. für Untersuchungen des Dickdarms und des Afters Untersuchungshosen angeschafft, sodass niemand mit entblößtem Unterkörper die Untersuchung durchführen lassen muss. Des Weiteren sind die Patienten bei jeder Untersuchung zugedeckt.

Bei jedem zu Untersuchenden besteht zudem die Möglichkeit, eine Sedierung durchzuführen; d.h. eine sogenannte „Schlafspritze“ zu erhalten. Um eine größtmögliche Sicherheit der Patienten zu gewährleisten, werden kontinuierlich während der Untersuchung die Vitalwerte wie Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Herzfrequenz überwacht und dokumentiert. Dies erfolgt ebenso nach der Untersuchung für mindestens 60 Minuten in einem separaten Aufwachraum. Des Weiteren haben alle pflegerischen Fachkräfte der Endoskopie-Abteilung gesonderte Schulungen absolviert, die uns befähigen, die Sedierung  fortzuführen und adäquat zu überwachen.

Damit die Patienten bestmöglich über den endoskopischen Eingriff und die Vorbereitung sowie das Verhalten nach der Untersuchung informiert sind, besteht die Möglichkeit neben dem ärztlichen Aufklärungsgespräch noch ein sogenanntes präendoskopisches Pflegegespräch mit  uns zu führen. Zudem  gibt es detaillierte Beschreibungen zu den endoskopischen Untersuchungen in Form von hauseigenen Patienteninformationsbroschüren.

Ein weiteres besonderes Augenmerk der Endoskopie-Abteilung liegt auf der einwandfreien Aufbereitung der Endoskope und der medizinisch-technischen Geräte. Diese werden nach jeder Untersuchung strikt nach den geltenden Richtlinien des Robert-Koch Instituts (RKI) aufbereitet und regelmäßig hygienisch überprüft. Um einen besonders hohen Stand der Aufbereitungsqualität zu erfüllen, verfügen ebenfalls alle Mitarbeiter der Endoskopie- Abteilung über eine besondere Befähigung zur Aufbereitung von Medizinprodukten, die in 40-stündigen Kursen der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung (DGSV e.V.) erlangt und regelmäßig aufgefrischt werden muss.

Hintergrund-Informationen:
Die Endoskopie Einheit am Standort Salzkotten verfügt über zwei Untersuchungsräume, einen separaten Aufwachraum zur Überwachung sowie einen Aufbereitungsraum zur Reinigung und Desinfektion der medizinischen Geräte.
Unsere Endoskopie-Abteilung steht für eine qualitativ besonders hochwertige pflegerische Versorgung und Betreuung der Patienten vor, während und nach der endoskopischen Untersuchung. Um diesen Ansprüchen zu genügen, verfügen die pflegerischen Fachkräfte über gesonderte Qualifikationen für die Tätigkeit in der Endoskopie.

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