Blog St. Vincenz

WORTWERT - Reden ist Gold

Pia Lages, Assistentin der Pflegedirektion, berichtet über das Projekt "WORTWERT".

Patient: „Entschuldigung Schwester, können Sie mir sagen, wann der Doktor kommt?“

Pflegefachkraft: „Oh, keine Ahnung. Die kommen wann sie wollen.“

Andreas Göke, der Pflegedirektor der St. Vincenz-Krankenhaus GmbH wurde durch diese Sequenz und viele weitere Beispiele aufmerksam, die Sprache der Pflegenden genauer zu betrachten. Er besuchte einige Vorträge von Sandra Mantz, die Leiterin der SprachGUT® Akademie, Fachbuchautorin und Sprachkompetenztrainerin ist. „Horch, was kommt von drinnen raus“ lautet der Titel ihrer Vorträge.

2015 kam er mit dem Team der Sprachwerkstatt GmbH Paderborn in Kontakt und konnte diese für das Thema „Sprache in der Pflege“ begeistern. Mit viel Herzblut erarbeiteten sie gemeinsam das Projekt WORTWERT. Die KickOff-Veranstaltung unter dem Motto „Sprache schafft Wirklichkeit“ fand am 2. Juni 2016 im Audimax der Theologischen Fakultät statt.

„In einem so großen Umfang in einen bewussten Umgang mit Sprache zu investieren, ist in der Klinikwelt eine Ausnahme. Uns ist dieses Projekt eine Herzensangelegenheit. Denn wir nehmen im St. Vincenz nicht nur die körperlichen, sondern auch die seelischen Bedürfnisse unserer Patienten sehr ernst. Ein bewusster Umgang mit Sprache spielt hierbei eine wichtige Rolle.“, sagt der Pflegedirektor Andreas Göke.


Ziel ist die Sensibilisierung der Mitarbeiter für die Kommunikation unter Pflegefachkräften, mit Patienten und Angehörigen. Eine positive Sprache wertet die Qualität der Verständigung untereinander auf und fördert das Miteinander. Des Weiteren wird die Patientenbetreuung verbessert und viele Missverständnisse können durch gezielte, klare Kommunikation vermieden werden. Das oben genannte Beispiel könnte z.B. „ Ich weiß es nicht, ich erkundige mich für Sie.“ formuliert werden.

Mithilfe dieses Projektes, das sich „WORTWERT“ nennt, soll sich die Sprache der Pflegenden in der St. Vincenz Krankenhaus GmbH deutlich von anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens abheben.

Mir liegt dieses Projekt am Herzen, da ich meine Bachelorarbeit gemeinsam mit Gina Figge über das Thema Sprache in der Pflege geschrieben habe. Wir haben uns sehr intensiv mit typischen Sprachmustern, wie z.B. das „Pflege-Wir“ in der Pflege auseinander gesetzt und die Sprache in Übergabesituationen ausgewertet und analysiert.  Eine typische Formulierung im „Pflege-Wir“ ist: „Wir waschen uns jetzt erst einmal.“ Die Pflegekraft nutzt dieses Sprachmuster oft in Situationen, in denen sie Tätigkeiten  für den Patienten übernehmen muss, da dieser hierzu körperlich nicht mehr in der Lage ist.

Das Projekt lebt weiter durch eine Vielzahl von Angeboten. Sprachvisiten, Kompaktkurse und E-Learning sind die elementaren Grundbausteine.

„Durch die Übungen habe ich gemerkt, wie sehr Worte wirken.“ und „Am Anfang war ich skeptisch. Dennoch habe ich einiges probiert. Die Wirkung hat mich überzeugt.“ sind Rückmeldungen von Mitarbeitern.

Vor kurzem fand der erste WORTWERT-Stammtisch im Libori-Eck in Paderborn statt. Bei Tee, Bier und Wein wurde über WORTWERT oder auch privates gesprochen. Das Team von WORTWERT bereitete den Einstieg vor.


Neugierig?

Dann schauen Sie doch mal auf der Facebook-Seite von WORTWERT-Reden ist Gold https://www.facebook.com/WortWert.RedenistGold/ oder auf der Homepage unter www.wortwert-redenistgold.de.

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